Ausstellungstipp: "Ein Sommer wie damals" – Urlaubserinnerungen aus der Zeit vor Corona

Marion Payr ist eine von Österreichs erfolgreichsten Reisebloggerinnen und -fotografinnen. Heute startet eine von ihr kuratierte Fotoausstellung, die ausschließlich Arbeiten weiblicher Künstlerinnen zeigt. Das Thema: Sommer-Reiselust.

Fotos von Sommerurlauben hängen an einer Ziegelwand

Normalerweise ist Marion Payr (travelblog.at, @ladyvenom) sechs Monate im Jahr auf der ganzen Welt unterwegs, fotografiert und inszeniert Reiseziele von Marokko bis Indien, von Sambia bis Island. 2020 ist auf Grund der Corona-Krise alles anders, die Reisen im Kopf gehen für die Reisefotografin aber weiter: "Die ersten drei bis vier Wochen gab’s einen totalen Freeze und ich hab‘ überlegt, was ich machen kann. Ich hatte Lust auf Österreich-Reise-Content, weil schon irgendwie klar war, dass die Leute heuer Urlaub daheim machen würden." Also wurden Ideen gewälzt und letztlich das Projekt "Ein Sommer wie damals" geboren. Elf ausschließlich weibliche Fotografinnen aus Österreich zeigen emotionale Foto-Erinnerungen an vergangene Reisen und Inspiration in einer Zeit, in der große Reisen nicht möglich sind.

Emotionale Urlaubserinnerungen zum Anschauen, die weibliche Perspektiven sichtbar machen sollen

Mit "Ein Sommer wie damals" ging es Marion Payr aber nicht nur darum, das Thema Reisen erlebbar zu machen: "Gleichzeitig will ich die Sichtbarkeit von weiblichen Künstlerinnen erhöhen. Denn in nur 25 Prozent aller Fotoausstellungen sind Arbeiten von Fotografinnen zu sehen."

An "zu wenigen" Frauen im Business liegt das nicht, erzählt sie: "In der Branche ist das Geschlechterverhältnis 50:50. Aber sobald es in die Öffentlichkeit geht, stehen eindeutig mehr Männer auf der Bühne. Mir selbst als Reisebloggerin und Fotografin passiert es immer wieder, dass ich gefragt werde, wer eigentlich meine Fotos macht. Mein Mann, selbst Influencer, bekommt solche Fragen nie gestellt."

Sommer wie damals Ausstellung ladyvenom

Schon im vergangenen Jahr hat Payr ihre Reichweite auf Instagram genutzt, um die Sichtweise weiblicher Fotografinnen mehr in den Mittelpunkt zu rücken: Unter #femaletravelbloggers rief sie Kolleginnen dazu auf, "unperfekte" Fotos von sich bei ihrer Arbeit zu posten. Ziel: Die Frau vom Objekt vor der Linse zum aktiven Subjekt zu machen, zur handelnden Person. Marion Payr: "Gerade unter Reisebloggerinnen ist das Klischee der posierenden Influencerin stark vertreten: Sie wird immer inszeniert, ob am Berggipfel oder im Bikini am Strand." Wie mit dem Hashtag #femaletravelbloggers will Marion Payr nun mit der Ausstellung "Ein Sommer wie damals" Fotografinnen sichtbar machen und darüber hinaus die Möglichkeit geben, zu netzwerken und ihren Blickwinkel zu zeigen. Und auch die Professionalität, mit der die Künstlerinnen arbeiten: "Ich selbst möchte auch gesehen und für große Projekte gebucht werden – bis dahin sind das nämlich meistens die Männer."

Die Ausstellung "Ein Sommer wie damals" läuft von 10. bis 24. Juli 2020 im einflussraum, Liechtensteinstraße 45/1, 1090 Wien. Zu sehen sind Arbeiten von Carmen Huter, Melina Weger, Ina Aydogan, Lisa Hopf, Nicola von Leffern, Nina Kowalska, Magdalena Wallner, Michèle Yves Pauty, Pia Clodi, Jana Sabo und Marion Payr.
Fotos können vor Ort als limitierte Print-Serien erworben werden.

Eintritt 5 Euro, Ticketbuchung für Zeitslots auf einflussraum.at.

 

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