Aus für Allergien

Ob mit schulmedizinischen oder komplementären Methoden – wer eine Pollenallergie auskurieren möchte, sollte jetzt damit starten. Der Facharzt für Innere Medizin, Dr. Peter Swoboda, vergleicht Hyposensibilisierung und Eigenbluttherapie: Wie funktionieren diese Behandlungen und welche Resultate sind zu erwarten?

Hyposensibilisierung

Bei der Hyposensibilisierung, auch spezifische Immuntherapie (SIT) oder Allergie-Impfung genannt, erhalten Betroffene kleine Mengen des Allergens verabreicht. Auf höhere Konzentration dieses Allergens würde das Immunsystem heftig reagieren. Durch die schwache Dosis, welche langsam gesteigert wird, wird die Abwehr langsam darauf trainiert angemessen auf Pollen zu reagieren. Die Therapie wird in zwei Phasen unterteilt: Die Steigerungsphase, in der die Dosis langsam erhöht wird und die Erhaltungsphase, in welcher der Körpr über einen längeren Zeitraum mit einer konstaten Dosis des Allergens zurecht kommen muss. Die Hyposensibilisierung kann mit Spritzen, Tabletten oder Tropfen durchgeführt werden. Die Behandlung ist mühsam und dauert lange, aber bei Erfolg ist die Allergie für immer überwunden.

Die Injektionstherapie
Zu Beginn der Injektionstherapie wird das Allergen einmal wöchentlich injiziert, wobei die Dosis von Woche zu Woche gesteigert wird. Später wird nur noch alle vier bis acht Wochen gespritzt. Es dauert insgesamt drei bis fünf Jahre bis das Immunsystem endlich gelernt hat nicht mehr auf das Allergen zu reagieren. Während der Behandlung kann der Körper sehr wohl auf das Allergen reagieren, und zwar von einer kleinen Reaktion in Form von Schwellungen und Quaddeln bei der Einstichsstelle, über Kreislaufschwächen bis hin zu einem allergischen Schock ist alles möglich.

Die orale Therapie
Seit einigen Jahren gibt es bei Gräserpollen die so genannte sublinguale Immuntherapie (SLIT), bei welcher der Patient eine Tablette oder Tropfen für einige Minuten unter der Zunge zergehen lassen muss. Die erste Einnahme wird vom Arzt überwacht. Diese Tablette muss in den ersten Wochen täglich konsumiert werden, später mehrmals pro Woche. Etwa zwei Drittel der Patienten berichten von einem Juckreiz im Mund, Schwellungen der Schleimhäuten oder Magen-Darm-Problemen. Auch bei dieser Behandlung ist ein allergischer Schock möglich. Die Behandlung dauert drei Jahre.


Die Kosten werden unter der Voraussetzung von der Krankenkasse übernommen, dass ein Allergologe die Indikation stellt.

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Eigenbluttherapie

Bei der Eigenbluttherapie wird Blut aus der Vene entnommen und anschließend in vier Akupunkturpunkte injiziert. Das injizierte Blut kann entweder völlig unbehandelt wieder injiziert werden oder zuvor mit Homöopathika vermischt oder mit Ozon versetzt werden. Eine solche Behandlung wird über einen Zeitraum von zehn Wochen jeweils ein Mal pro Woche durchgeführt und kann bei jedem gemacht werden. Es gibt keine Kontraindikationen, lediglich an den Einstichstellen kann es zum Auftreten von Hämatomen kommen. In 90 Prozent der Fälle kommt es zu einer Besserung. Manche brauchen keine Therapien mehr, manche brauchen jährlich eine Auffrischung, meist reichen jedoch ein bis zwei Behandlungen zu Beginn der Allergiesaion aus. Eine zusätzliche Diät, die auf den Patienten abgestimmt wird, ist ratsam.

Kosten: Ca. 60 Euro pro Behandlung.

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