Aufregung um Naketanos sexistische Pulli-Namen

Für seltsame, sexistische Produktnamen wie "Asozial am Blasen" erntet das Modelabel Naketano heftige Kritik und Ärger.

"Asozial am Blasen", "Bouncing Möpsis", "Schmutzmuschi Pink Melange" oder "wohlwollend Schwanz gelutscht" - das steht unter den Produktfotos, wenn man sich durch den Onlineshop von Naketano klickt.

Moment mal - zu Beginn mag man vielleicht denken, die für ihre Pullis und Sweatshirts bekannte deutsche Mode-Marke ist Opfer von Hackern geworden, doch so schockierend und peinlich es ist: Die machen das tatsächlich mit Absicht.

Dass Naketano mit sexistischen Produktnamen wirbt, ist aber gar keine Neuheit. 2005 wurde Naketano durch die Pullover und Jacken mit den typischen weißen Korderln bekannt und schon damals hatten viele Händler Probleme mit den eigenartigen Namen wie "Fleissiges Bumserlein" oder "Wladimir Fickdusiemir". Während einige wenige die "originellen" Namen witzig fanden, hatte das Unternehmen aber regelmäßig mit Sexismusvorwürfen zu kämpfen. Und auch jetzt erntet Naketano, vor allem auf Social Media, wieder heftige Kritik für ihre sogenannten "kreativen" Namen.

Sexismus als Marketingstrategie

Was als "lustiger" Marketing-Gag geplant war, kommt bei den meisten Kunden und Kundinnen aber gar nicht gut an und die negativen Reaktionen sprechen für sich: "Seid ihr stolz drauf so einen menschenverachtenden Dreck zu verbreiten? Rape culture zu unterstützen? Einfach nur abartig widerlich!!!", schreibt ein Facebook-Nutzer verärgert. Eine andere Userin postet: "Einfach nur sexistisch und strunzdumm." Und untermauert ihr Posting mit dem Hashtag #wegmitnaketano, der mittlerweile schon mehrmals geteilt wurde. Die Firma rechtfertigt sich darauf mit der Aussage, dass die Bezeichnungen unter "künstlerische Freiheit" fallen würden.

Ob die Marketingstrategie neben Spott und Ärger auch Einfluss auf den Umsatz des Unternehmens hat, ist noch unbekannt. Eines haben sie aber auf jeden Fall damit aber erreicht: Aufmerksamkeit. Ob diese eher positiv oder negativ ausfällt, wird den Firmeninhabern aber wahrscheinlich egal sein. Denn die Gründer Sascha Peljhan und Jozo Lonac haben bereits Anfang Jänner diesen Jahres das Aus ihres Unternehmens verkündet. Grund dafür ist laut einem Insider, dass die beiden Eigentümer einfach keine Lust mehr haben weiterzumachen, wie er im Gespräch mit Spiegel Online verriet: Die aktuelle Kollektion wird somit auch die letzte sein, es werde auch nur noch bis 31.12.2018 geliefert. Naja - immerhin bleiben uns dann die sexistischen, peinlichen Produktnamen endlich erspart!

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