Aufregung um Gratis-Eintritt für Burkini-Trägerinnen am Wiener Badeschiff

Das Badeschiff am Wiener Donaukanal gibt Frauen im Burkini freien Eintritt. Andere Schwimmbäder haben die Badebekleidung verboten.

Für wie viel Aufregung ein Stück Stoff sorgen kann, zeigt wieder einmal eine Debatte rund um den Burkini. Nachdem es letztes Jahr diverse Verbote auf französischen Stränden gegeben hat, haben sich auch österreichische Schwimmbäder dem Zwang zur Nacktheit angeschlossen. Wir erinnern uns etwa an die junge Frau, die wegen ihres Burkinis des Schwimmbeckens im Stadthallenbads verwiesen wurde (wir haben berichtet).

Sogar ein Burka-Verbot wurde ohne großes mediales Interesse kürzlich in Österreich beschlossen. Wer gegen die Vorschrift verstößt, muss mit 150 Euro Strafe rechnen.

Shitstorm gegen freien Eintritt für Burkini-Trägerinnen

In diesem politische Klima wollte das Wiener Badeschiff ein Zeichen setzen - und bietet freien Eintritt für Frauen im Burkini. Mit der Aktion hätten die Betreiber eine politische Debatte auslösen wollen, und einen Riesen-Shitstorm erhalten, wie derStandard.at berichtet. Seitdem hagelt es negative Bewertungen und Hasskommentare im Netz. So etwa die Frage, ob auch "Männer mit Sprengstoffweste" gratis reinkommen würden.

Den freien Eintritt gab es übrigens schon im letzten Jahr - jedoch nutzte das Angebot bisher niemand. Auf Facebook postet der Veranstaltungsort deshalb:

"Das Badeschiff ist seit jeher ein Ort der unterschiedlichsten Kulturen – unaufgeregt, offen und neugierig auf die Welt. Dem Badeschiff sind gesellschaftliche Minderheiten nicht egal – als öffentliche Institution hat es Meinung und wird diese auch bei Gegenwind vertreten. Im Fall der Burkini-Debatte geht es dem Badeschiff ausschließlich um das Eintreten für persönliche Freiheitsrechte. Die Reaktionen auf das Gratisangebot zeigen, dass die Debatte über persönliche Freiheitsrechte, Minderheitenschutz geführt werden muss - mehr denn je!"

Vorigen Sommer gab es unter dem Titel „Schwimmen, wie es uns gefällt" eine Solidaritätsaktion am Wiener Badeschiff, die für großes mediales Interesse sorgte. In Bikinis, Burkinis, Mankinis, Neoprenanzügen, Regenjacken & Co. zeigten die TeilnehmerInnen, wie absurd ein Burkini-Verbot eigentlich ist.

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