Aufregung um "Fräulein"-Sager in der "Spelunke"

Weil der Medienmanager Wolfgang Rosam laut "Falstaff" eine Kellnerin "Fräulein" rief, wurde eine Debatte ausgelöst.

Im Lokal "Spelunke" in der Wiener Taborstraße sorgt ein Vorfall derzeit für Schlagzeilen: der Medienmanager Wolfgang Rosam hat dort nach eigenen Angaben - er beschrieb den Vorfall im "Falstaff" - eine Kellnerin "Fräulein" genannt. Der Vorfall löste Kritik und sogar eine humorvolle Aktion des Personals aus.

Rosam schrieb: "Ja, ich weiß: Die heimische Gastronomie hat ein massives Problem, nicht nur Köche, sondern auch gutes Servicepersonal zu finden. Aber: Darf deshalb jeder Mann bzw. jede Frau auf Gäste losgelassen werden? Unlängst im neuen ,Möchtegern-In-Lokal' ,Spelunke': Ich erlaube mir als Gast, die Kellnerin mit Fräulein anzusprechen, denn sie hatte weder ein Namensschild noch kannte ich sie. Sie darauf: ,Ich bin kein Fräulein! Mein Name ist Michaela!' Ich darauf: ,Sorry, aber wie soll ich Ihren Namen wissen? Wie soll ich Sie denn ansprechen? Frau Wirtin?' Sie: ,Na, des bin i net!' Ich: ,Dann vielleicht gnädige Frau?' Sie: ,Nicken Sie mir einfach zu!' – Na dann!"

"Es gibt ja auch kein Herrlein"

Das Spelunke-Team ließ das nicht auf sich sitzen, und schickte Rosam eine witzige Antwort via Facebook: sie ließen sich alle in T-Shirts mit der Aufschrift "Fräulein Michaela" ablichten. Gegenüber derHeute sagten die Beschäftigten: "Wir fanden die Kritik in der Zeitung einfach übertrieben, auch, dass Michaela namentlich genannt wurde."

Auch auf der Facebook-Seite von "Falstaff" wurde eine Diskussion darüber ausgelöst, ob das Wort "Fräulein" nun okay sei oder nicht. Eine Userin schreibt: ",Fräulein' wurde aus der Behördensprache gestrichen, in Deutschland seit 1971 und in Österreich auch schon sehr lange! (...) es ist irgendwie eine Abwertung, ich war auch froh, dass dieses Wort offiziell abgeschafft wurde, es gibt ja auch keinen Begriff für unverheiratete Männer wie Herrlein!" Ein anderer meint: ",Bedienung bitte' finde ich auch nicht gerade höflich, klingt ziemlich uncharmant. ,Fräulein' hingegen meint in Österreich in der Gastronomie ja keine unverheiratete Frau, wie in der Behördensprache, das ist ja keine Briefanrede. Es kommt aber auch immer drauf an, wie man's sagt."

Tatsächlich ist "Fräulein" eine nicht mehr gebräuchliche und veraltete Anrede für unverheiratete Frauen. Der Duden schreibt sogar: "Als Anrede für eine erwachsene weibliche Person sollte, unabhängig von Alter, Familienstand und Beruf, immer Frau statt Fräulein gewählt werden. Die Anrede Fräulein ist nur noch üblich, wenn die angesprochene Frau diese Bezeichnung selbst wünscht." Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

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