Auf Instagram schauen alle Urlaubsfotos gleich aus

Der Mensch ist nicht besonders originell. Beweisstück A: Instagram

Raus in die Natur! Das macht der moderne Stadtmensch in seiner Freizeit. Dort findet er nämlich Erleuchtung, Frieden und (sehr wichtig) Selbstverwirklichung. Alles ganz individuell und einzigartig, aber am Ende als Erfahrung nur wahr und echt, wenn mit einem perfekten Foto auch auf Instagram geteilt. In der Insta-Bio steht dann sinngemäß "Wanderlust", "Adventurer" oder "Traveler" - gerne auch von dem J.R.R. Tolkien Zitat "Not all those who wander are lost" begleitet. Ihr wisst schon.

"Wander. Roam." steht auch in der Bio des Instagram-Accounts insta_repeat. Gefolgt vom wichtigsten Wort: "Replicate." Beim Outdoor-Erlebnis bedienen sich die Wanderlustigen nämlich der immer gleichen Bildsprache. Eine 27-jährige Filmemacherin aus Alaska macht aus der Copy-and-Paste-Ästhetik der ReisebloggerInnen erschreckend monotone Collagen - und zeigt so, wie fad die Instagram-Welt in Wirklichkeit ist.

 

 

Die Frau, die lieber anonym bleiben möchte, lebt in einer Gegend, die NaturfreundInnen und "AbenteurerInnen" besonders gerne aufsuchen und bekommt regelmäßig die ewig gleichen Fotos in ihren Feed geschwemmt. "Die Idee kam mir, als mir die Häufigkeit von Kanu-Bildern auffiel. Jedes Mal, wenn ich ein Foto von einem Kanu auf Instagram sah, dachte ich an die Collagen-Idee – bis ich es dann einfach gemacht habe. Ganz ehrlich: Ich wurde auch schon mal in einem Kanu fotografiert und habe auch Bilder in einem Kanu gemacht … Wir haben alle Dinge aus unserer Vergangenheit, auf die wir nicht stolz sind", erzählt sie dem Blog Photoshelter.

"Nachahmung gibt es überall in den Medien, nicht nur auf Instagram. Insta-Repeat soll die Originalität in der Mediengestaltung dieses einen 'Genres' von Instagram-Accounts kritisieren", sagt die anonyme Künstlerin. "Diese Abenteuerlustigen und Kreativen, die die Hashtags #liveauthentic und #exploretocreate verwenden, erscheinen mir so ironisch."

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