Auf der Mönchsinsel Athos sind Frauen verboten

Am 13. Mai startet in ausgewählten Programmkinos der Dokumentarfilm "Athos - Im Jenseits dieser Welt".

Die Halbinsel Athos ist eines der letzten Geheimnisse Europas: In der 1000 Jahre alten Mönchsrepublik leben 2000 Mönche, Frauen und Touristen sind nicht erwünscht. Die dichten Kastanienwälter auf dem heiligen Berg bleiben ihnen untersagt. Nur Pilger erhalten wenige Tage Zeit um Athos zu entdecken, darunter auch schon Prominente wie Prinz Charles oder Wladimir Putin.

Filmtrailer: Athos - Im Jenseits dieser Welt

Mit Hilfe dreier Athos-Mönche entstand mit "Athos – Im Jenseits dieser Welt" ein noch nie erzähltes Filmtagebuch. Leitmotiv ist der Weg, den wir Menschen finden und gehen müssen – jeder für sich. „Erst müssen wir unsere eigenen Seelen heilen, dann können wir anderen helfen“, ist eine der Kernbotschaften von Vater Galaktion, einem Einsiedler am Heiligen Berg. Doch nicht alle Mönche leben so zurückgezogen und demütig wie Vater Galaktion. So öffnet unter anderem auch Vater Epiphanios, der als begnadeter und poetischer Koch den Genüssen des Lebens keinesfalls abgeneigt ist, dem Filmteam seine Türen.

Frauenverbot seit Jahrhunderten intakt

Neben den meditativen und kulinarischen Aspekten der Lebensweise auf Athos, wird nur nebensächlich auf das Frauenverbot der Insel eingegangen. Selbst Ausflugsboote mit Frauen an Bord müssen 500 Meter vor der Küste Athos' halten, Übertritte können mit einer sechsmonatigen Gefängnisstrafe abgegolten werden. "Avaton", wie das Frauenverbot genannt wird, geht auf das Jahr 1060 zurück. Die Halbinsel ist der Mutter Gottes geweiht und das Frauenverbot soll angeblich die Mutter Gottes ehren. 2003 forderte das Europäische Parlament eine Abschaffung des Verbots, auch der Weltkirchenrat sprach sich 2014 dagegen aus - beide erfolglos. Athos sei eine autonome Region Griechenlands, die Selbstverwaltung sei in den Beitrittsverträgen Griechenlands mit der damaligen Europäischen Gemeinschaft, in den Schengen-Abkommen sowie in der griechischen Verfassung geklärt, so Aristos Kasmiroglou, der Gouverneur der orthodoxen Mönchsrepublik. Im Jahr 2008 hatte eine Gruppe griechischer Aktivistinnen die Halbinsel betreten. Laut der Nachrichtenagentur Reuters hatten auch zuvor schon immer wieder Touristinnen und Archäologinnen, manchmal verkleidet als Männer, die Insel betreten.

Osiou Grigoriou (Gregory´s) monastery

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