Auf den Seychellen ...

Dass Frédéric diese Anekdote tief bewegt, beweist die Tatsache, dass sie die einzige ist, die er erzählt. Viel mehr ist von ihm nicht zu erfahren. Die Privatsphäre seiner Gäste ist ihm heilig – egal, ob es sich dabei um ein Mitglied des saudischen Königshauses, um Stargeigerin Anne-Sophie Mutter oder um ein Pärchen handelt, das jahrelang gespart hat, um sich die Flitterwochen im MAIA zu leisten. Seine 250 Angestellten wissen um diese Philosophie – und so bekommt man sie selten zu sehen. Außer beim Essen im Restaurant oder einem Besuch im Spa ist der Butler Ansprechpartner und „ Mädchen für alles“: Er findet verlegte Sonnenbrillen, verrät, welcher Vogel soeben im Mangobaum zwitschert, füllt das Beautykühlschränkchen täglich mit La Prairie-Kosmetik und vertreibt nachts um drei Moskitos oder freche Geckos.

„90 Prozent der Gäste küssen ihren Butler bei der Abreise“, erzählt Frédéric. Vishal bekommt seine Bussis schon vorher. Während ich eine vierhändige Massage genieße, hat er die Badewanne auf der Terrasse mit heißem Wasser und duftenden Blüten befüllt. Die Sterne glitzern mit dem Kristallglas um die Wette, in dem Champagner perlt. Und statt der üblichen Jakobsmuscheln (gegen die ich allergisch bin, wie ich Tage zuvor in einem Nebensatz mal erwähnt habe), warten Dim Sum auf mich.

Paradies auf Zeit.
Lächelnd hänge ich die Kokosnuss an das hölzerne Außentor zu meinem Paradies – das Bitte-nicht-Stören-Zeichen auf Seychellois. Ein Flughund zieht im Mondlicht seine Kreise. Ja, ich könnte jetzt darüber nachdenken, ob ich morgen lieber Yoga, eine Kanutour, ein privates Barbecue oder einen Ausflug in die Hauptstadt Victoria machen möchte. Doch warum sollte ich? Vishal wird’s schon richten ... Nur Adam muss sich Eva leider immer noch selbst mitbringen.

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