Atypische Arbeit

Freier Dienstvertrag, Teilzeit, Leiharbeit oder geringfügige Beschäftigung: Jede zweite Frau verdient in einer atypischen Arbeitsform ihr Geld. Doch warum ist gerade das weibliche Geschlecht davon betroffen?

Laut der Statistik Austria ist jede zweite Frau atypisch beschäftigt, im Gegensatz dazu geht nur jeder vierte Mann einer Beschäftigung ohne Angestelltenverhältnis nach. Des Weiteren arbeiten fast 45 Prozent aller unselbstständig berufstätigen Frauen in Teilzeit, hier wird ein Anstieg in der Zukunft vorausgesagt.

Zahl der Normalarbeitsverhältnisse gesunken

Unter den unselbstständig Erwerbstätigen - Frauen und Männer zusammengefasst - sind etwa ein Drittel in einer irregulären Arbeitssituation. Als atypische Beschäftigungen werden Arbeitsformen wie Teilzeit, Leiharbeit, freier Dienstvertrag oder geringfügige Beschäftigung bezeichnet. Von 2008 an stieg innerhalb von drei Jahren die Zahl der unselbstständig Beschäftigten um 46.000. Auch als Folge dessen, dass in der gleichen Periode die Zahl der Normalarbeitsverhältnisse um 51.000 sank.

Geschlechterunterschiede erkennbar

Die Zahl der Normalarbeitsverhältnisse steigen bei Männern entsprechend zu ihrem Alter (bei den 40- bis 59-Jährigen über 90 Prozent), während sich diese bei Frauen bis zum Alter von 40 Jahren ins Gegenteil entwickelt. Frauen zwischen 35 und 39 Jahren haben es schwer in einem Angestelltenverhältnis zu verbleiben, nur 40 Prozent haben solch einen Arbeitsvertrag inne. Der Grund: In dieser Altersspanne kümmert sich frau hautpsächlich um ihre Familie. Allgemein treten atypische Beschäftigungen vorwiegend am Beginn (als Berufseinsteiger) sowie am Ende (als Familienverantwortliche) einer Karriere auf.

Atypische Beschäftigungen sind nicht vom Bildungsniveau abhängig. Jedoch kann festgestellt werden, dass jüngere Altersgruppen eher auf Befristungen und Leiharbeitsverhältnisse zurückgreifen müssen.

So sind bei 20- bis 24-Jährigen nur 56 Prozent der Frauen in einem Normalarbeitsverhältnis beschäftigt, während es bei den Männern 69 Prozent sind.

Aktuell