Asien als Vorbild: Zumindest wenn‘s ums Kacken geht

Sich den Popsch abzuputzen lernt man schon als Kleinkind - aber später wird's kompliziert: normales Klopapier, Feuchttücher oder Wasser? Was ist das Beste?

Frau am Klo

Stellt euch vor, euer Hund kackt auf den Parkettboden - würdet ihr den Haufen nur mit Klopapier wegwischen und das Ergebnis als sauber erachten? Vermutlich nicht. Genau dieses Dilemma haben wir aber in unserer westlichen Kultur bei der eigenen Analreinigung: Wir würden uns nie mit trockenem Papier abreiben, statt zu duschen - dennoch empfinden wir in unserem Kulturkreis trockenes Klopapier als ausreichend. Oder etwa doch nicht?

Kluft der Kulturen

In anderen Ländern ist die Antwort auf diese Frage ganz klar: 75 Prozent der Weltbevölkerung waschen sich den Hintern mit Wasser. In Indien, im arabischen Raum sowie in Teilen Südostasiens wird der After mit der linken Hand unter laufendem Wasser, meist aus einem Becher oder Schlauch, abgewaschen. Toilettenpapier wird hier nur zum Trockentupfen verwendet. Die Hände werden anschließend gründlich mit Wasser und Seife gewaschen. Diese Form der Pohygiene findet bei uns aber kaum Nachahmer*innen, weil das Berühren des eigenen Darmausgangs mit der bloßen Hand als extrem eklig empfunden wird.

Sauber - aber wie?

In Österreich erlebten Bidets Ende der 1970er-Jahre bis Mitte der 1980er-Jahre einen kurzen, heftigen Boom, verschwanden dann aber wie viele andere Interiortrends. Zu Unrecht, denn die praktische Reinigung mit Wasser ist tatsächlich die effektivste, hygienischste und gesündeste. Eine günstige Alternative, um das eigene Badezimmer aufzurüsten: Sanitäreinrichtungshäuser führen recht erschwingliche Bidetaufsätze und Handbrausen für die Toilette. Im Internet gibt es auch portable Po-Toiletten und Aufsätze, mit denen sich einfache Wasserflaschen aus Plastik in eine solche verwandeln lassen. Aber auch diese haben sich bei uns noch kaum durchgesetzt.

Papierkrise

Po-Reinigungsmittel Nummer eins ist bei uns das feuchte Toilettenpapier. Für die gründliche Reinigung nach dem Stuhlgang ist es mit Reinigungslotion getränkt und zumeist reißfester als normales Toilettenpapier. Aber ist feuchtes Klopapier gut für den Po? Oft wird vor reizenden und allergieauslösenden Inhaltsstoffen gewarnt. Klar ist: Eine übertriebene Analhygiene kann im schlimmsten Fall zu einem Analekzem führen, und in seltenen Fällen können auch Duftstoffallergien auftreten. Generell sind Feuchttücher aber wie alle Kosmetika in Österreich sicher, meist sogar dermatologisch geprüft. Eine übertriebene Panikmache ist hier also fehl am Platz. Viel brisanter ist jedoch die Umweltproblematik: Feuchtes Toilettenpapier besteht nämlich aus Vlies, sprich aus Textilfasern, welches lange braucht, um abgebaut zu werden.

 

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