Asia Argento soll Minderjährigen missbraucht haben und weist Vorwürfe jetzt zurück

Die #MeToo-Vorreiterin Asia Argento sieht sich nach Berichten der "New York Times" selbst mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert.

Sie war eine der Ersten, die den Filmproduzenten Harvey Weinstein im Rahmen der #MeToo-Bewegung der Vergewaltigung beschuldigt hat. Seitdem fordert die Schauspielerin Asia Argento lautstark, dass Täter sexuellen Missbrauchs ihre gerechte Strafe erhalten.

Jetzt aber sieht sich Argento selbst mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert. Wie die "New York Times" berichtet, soll sie ihren jüngeren Schauspielkollegen Jimmy Bennett - er war damals 17 - missbraucht und ihm später Geld gezahlt haben, um eine Klage abzuwenden. Das gesetzliche Mindestalter für einvernehmlichen Sex liegt in Kalifornien bei 18 Jahren. Argento wies die Vorwürfe Dienstagnachmittag in einem Statement zurück. 

 

"Ich dementiere und weise den Inhalt des von der "New York Times" veröffentlichten Artikels, der in den internationalen Medien zirkuliert, zurück", schrieb die Schauspielerin. Sie habe nie mit Bennett Sex gehabt, schreibt sie weiter. Sie sei nur mehrere Jahre lang mit ihm "freundschaftlich verbunden" gewesen, so Argento. Diese Freundschaft sei zu Ende gegangen, als Bennett plötzlich "eine maßlose Geldforderung" an sie gestellt habe, nachdem sie Weinstein Vergewaltigung vorgeworfen hatte und daraufhin in den Schlagzeilen war. Sie sei "zutiefst schockiert" über die "absolut falschen" Nachrichten und spricht von "Verfolgung".

Doch die Zahlung an Bennett habe sie trotzdem getätigt. Ihr Ex-Lebensgefährte Anthony Bourdain, der im Juni verstorben ist, habe sich Sorgen um einen möglichen Rufschaden gemacht, den Bennett verursachen könnte. Daher habe das Paar entschieden, "mitfühlend auf Bennetts Forderung nach Hilfe zu reagieren". Bislang lägen laut der Polizei in Los Angeles keine keine Polizeiberichte zum Vorfall vor - es werde jedoch versucht, das mutmaßliche Opfer zu kontaktieren.

Reaktionen auf die schockierenden Enthüllungen

Bennett hatte 2004 in dem Film "The Heart is Deceitful above All Things" Argentos Sohn gespielt. Über genau diesen Film äußerte sich die Schauspielerin in einem Interview aus dem Jahr 2014 noch so: "Am Set war ich eine Tyrannin (...) Ich bin an so vielen Leuten schuldig geworden, es brauchte zehn Jahre, bis ich über einen weiteren Film als Regisseurin nachdenken konnte." 2013, knapp zehn Jahre nach dem besagten Dreh, Bennett war damals 17, soll Argento ihm in einem Hotelzimmer Alkohol gegeben und ihn missbraucht haben. "Spiegel"-Redakteur Christian Bußresümiert die widersprüchliche Person Argento so: "Mit jedem Filmbild, mit jeder Äußerung hat die Schauspielerin, Regisseurin und Aktivistin deutlich gemacht, dass sie Teil eines Kreislaufs der Gewalt ist. Opfer können Täter und Täterinnen sein. Die Verbrechen, die ihnen angetan werden, werden dadurch nicht relativiert - und die eigenen natürlich nicht legitimiert. In ihrem Film "The Heart is Deceitful above All Things" hatte Argento gerade genau davon erzählen wollen."

Tarana Burke, eine der #MeToo-Gründerinnen, reagierte auf Twitter folgendermaßen auf die Vorwürfe: "Menschen werden diese Berichte nutzen, um die Bewegung zu diskreditieren - lasst das nicht geschehen. Wir sind alle keine perfekten Menschen und müssen für unser individuelles Verhalten geradestehen."

Aktuell