Ärzt*innen bestätigen: Nein, die COVID-Impfung macht nicht unfruchtbar

Expert*innen des Kinderwunschzentrums an der Wien raten schwangeren Frauen zur Impfung und räumen mit Unfruchtbarkeitsmythen auf.

Macht die Corona-Impfung unfruchtbar?

Die Corona-Pandemie hat unser aller Leben seit nun bald einem Jahr im Griff. Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und "Social Distancing" erschweren den Alltag und sorgen für allerlei Herausforderungen, die Infektionszahlen bleiben dennoch weiterhin hoch.

Mittlerweile wurden in Österreich zwei Covid-Impfungen zugelassen, die eine Rückkehr zur Normalität ermöglichen sollen. Die Skepsis ob der Verträglichkeit und möglicher Auswirkungen der Impfung ist trotz sorgfältiger Überprüfung und EU-Zulassung nach wie vor verbreitet. Ärzt*innen des Kinderwunschzentrums an der Wien wollen all jene, die sich Sorge bzgl. Auswirkungen auf Schwangerschaft und Fruchtbarkeit machen, beruhigen.

Impfempfehlung bei Schwangerschaft

Univ. Prof. Dr. Andreas Obruca, ärztlicher Leiter des größten heimischen Instituts für Reproduktonsmedizin, gibt Entwarnung für alle Schwangeren. Da der mRNA-Impfstoff kein lebendes Virus enthält, stelle er nach aktueller Datenlage kein erhöhtes Risiko für schwangere Frauen und den Fetus dar.

Studien dazu konnten an Schwangeren noch nicht durchgeführt werden. Aufgrund der Erkenntnisse bisheriger Forschungen zu Totimpfstoffen gehen Expert*innen jedoch davon aus, dass kein erhöhtes Risiko für Infertilität, Abortus im ersten oder zweiten Trimenon, Todgeburt oder kongenitale Anomalien durch die mRNA-Impfung besteht. Man habe festgestellt, dass der Verlauf der Covid-Erkrankung bei Schwangeren oft schwerer ausfält und das Risiko einer Frühgeburt ansteigt. Aus diesen Gründen würde Obruca schwangeren Frauen, die einem erhöhten Risiko einer Ansteckung ausgesetzt sind, zu einer Impfung raten.

Expert*innen empfehlen Impfung auch bei Kinderwunsch

"Für alle Paare, die am Beginn der Kinderwunschreise stehen oder sich bereits mitten im Prozess befinden, gibt es keinen Grund zur Ablehnung der Impfung", so Reproduktionsmediziner Obruca. Mit einer IVF-Behandlung (In-Vitro-Fertilisation) könne unmittelbar nach der zweiten Covid-Teilimpfung begonnen werden.

Wer nach der ersten Teilimpfung schwanger wird, könne auch bedenkenlos die zweite Impfung erhalten. Im Rahmen der Studien zur Impfstoffentwicklung wurden auch Frauen nach Impfung schwanger – ohne negative Auswirkungen auf die Schwangerschaft.

Partner*innen und Angehörige von Schwangeren impfen

Obruca erklärt, dass auch unbedingt enge Kontaktpersonen geimpft werden sollten, damit das Risiko einer Covid-Infektion bei Schwangeren, die noch nicht geimpft sind, minimiert wird. Männer, die Angst vor Verschlechterung der Samenqualität haben, könnten laut Obruca unbesorgt sein: "Aufgund des Mechanismus der mRNA-Impfstoffe ist damit überhaupt nicht zu rechnen", so der Mediziner.

Weitere Informationen und Guidelines findet ihr hier.

 

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