Arzt hilft Vergewaltigungsopfern

Denis Mukwege hat im Kongo mehr als 40.000 Frauen behandelt, die vergewaltigt wurden - trotz Morddrohungen und Attacken.

"Vergewaltigung", sagt Denis Mukwege zum Magazin "Take Part", "ist eine billige, brutale Waffe des Krieges." Er weiß, wovon er spricht. Der kongolesische Arzt gründete im Jahr 1999 das "Panzi"-Krankenhaus im Kongo. Seit über 20 Jahren herrscht dort Krieg, über fünf Millionen Menschen haben ihr Leben verloren. Eine schreckliche Erscheinung des Krieges sind auch die brutalen Vergewaltigungen. Der 60-jährige Arzt Mukwege arbeitet, um die Opfer der Übergriffe zu heilen.

Bisher wurden dort über 40.000 Frauen behandelt, die Hälfte davon sind Überlebende von sexueller Gewalt. Allein letztes Jahr nahm das Krankenhaus 2516 dieser Opfer auf, 82 davon waren Mädchen unter 10 Jahren. Der Arzt wurde dadurch ein berühmter Experte für innere Verletzungen, die durch Vergewaltigungen verursacht werden.

Traumatisiert und stigmatisiert

Doch es brauche mehr als - das Krankenhaus bietet auch psychologische Betreuung an, damit die Frauen wieder in ihr Leben zurückfinden. Viele werden jedoch von ihren Familien verstoßen. "Take Part" berichtet, dass eine seiner ersten Patientinnen eine Frau aus der Nachbarschaft war, die brutal vergewaltigt wurde. Danach wurde ihr in die Genitalien geschossen. Nach einer sehr schwierigen Operation konnte die Frau aber überleben.

Mukwege hat sich auf "Fistula" spezialisiert. Bei manchen Frauen kann nach einer Vergewaltigung oder schweren und unhygienischen Geburt das geschädigte Gewebe nicht vom Körper wiederhergestellt werden, es entsteht eine bleibende Öffnung zwischen Blase und Scheide, manchmal aber auch zum Enddarm. Die betroffenen Frauen leiden für den Rest ihres Lebens an schwerster Inkontinenz.

Denis Mukwege wurde wegen seines Engagements selbst Opfer von Attacken und Morddrohungen - trotzdem behandelt er weiter und kämpft für die betroffenen Frauen.

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