Armin Assinger: "Diskussion über Missbrauch schadet dem Sport"

Der Moderator und Ex-Skirennläufer findet, dass die Missbrauchsvorwürfe ein schlechtes Licht auf den Sport werfen. Und erntet Kritik dafür.

Die ehemalige Ski-Rennläuferin Nicola Werdenigg machte kürzlich in der Tageszeitung "Standard" massive sexuelle Übergriffe und Gewalt sowie eine Vergewaltigung durch einen Teamkollegen öffentlich. Seither wurde auch ein Bericht über sexuelle Übergriffen im Schigymnasium Stams öffentlich gemacht.

Die Stellungnahme des Österreichischen Skiverbands (ÖSV) wurde seither heftig kritisiert. Mit "großer Betroffenheit" habe man die Berichterstattung "von nicht vertretbaren Vorfällen oder Übergriffen in Schulen mit sportlichen Schwerpunkten" zur Kenntnis genommen. Gleichzeitig wurde jedoch gesagt, dass der ÖSV keinerlei Verantwortung für diese Vergehen trage. Auch bei Werdenigg hatte ÖSV-Chef Peter Schröcksnadel zurückgerudert.

Jetzt hat auch der frühere Skisprungolympiasieger Toni Innauer in den "Oberösterreichischen Nachrichten" Schröcksnadel und auch ÖSV-Sportdirektor Hans Pum vorgeworfen, sie hätten "im Umgang mit dem hochsensiblen Thema und den Betroffenen anfänglich ganz klar Ton und Thema verfehlt".

Armin Assinger findet Forderung nach Rücktritt übertrieben

Doch ein Promi eilt dem ÖSV jetzt zur Hilfe: Armin Assinger. In einem "Kurier"-Interview sagte der Ex-Skirennläufer, Moderator und Aufsichtsrat der Bundes-Sport GmbH kürzlich: "Die Vorfälle in der SHS Neustift liegen über 40 Jahre zurück und dafür Präsident Schröcksnadel und Sportdirektor Pum verantwortlich machen zu wollen, halte ich für übertrieben. Mir kommt vielmehr vor, dass für einige Personen sich nun endlich die Gelegenheit bietet, Schröcksnadel los zu werden, weil ihnen seine direkte, sehr auf den Erfolg ausgerichtete Art und Weise nicht geheuer ist."

Außerdem meint er: "Die derzeitige Diskussion schadet natürlich dem Sport." Ihm seien in seiner langen Zeit im "Skizirkus" keine Vorwürfe von Missbrauch oder Vergewaltigung bekannt gewesen. Eine lückenlose Aufklärung sei dennoch notwendig.

Seitdem wurde Assinger für seine relativierenden Aussagen kritisiert - etwa von "Standard"-Redakteur Sigi Lützow: "Die Diskussionen, die gerade erst begonnen haben, werden dem Sport nützen. Es wird nützlich sein zu wissen, dass Kinder und Jugendliche in Mannschaften, Vereinen, Internaten gut und sicher aufgehoben sind, weil Präventionsmaßnahmen endlich greifen. Es wird nützlich sein, wenn auch dem letzten Relativierer klar wird, warum Werdeniggs Schritt an die Öffentlichkeit so bitter nötig war."

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