Arme reiche Mädchen

Sie sind schön. Und so reich, dass sie sich alles kaufen können – außer Liebe. Sechs wahre Frauen-Geschichten über Lügen, Leid und Luxuslast, die sich wie ein Krimi lesen.

Sie sind schön. Und so reich, dass sie sich alles kaufen können – außer Liebe. Sechs wahre Frauen-Geschichten über Lügen, Leid und Luxuslast, die sich wie ein Krimi lesen. Weil die Männer sie nicht nur um Geld und Gefühle betrügen, sondern mitunter auch um ihr Leben.

Text Johanna Jenner Fotos AP, Corbis, Getty Images, Photo Press Service, www.viennareport.at

Das Zimmer 607 im Hard Rock Hotel in Miami steht leer. Niemand will es buchen. Die Hotelleitung unternimmt schließlich einen letzten Versuch – und engagiert einen „Ghostbuster“. Er soll den Raum vom Geist einer berühmten Blondine befreien: Anna Nicole Smith, Ex-Playmate und skandalträchtige Milliardärswitwe. Bewusstlos wird die 39-Jährige am 8. Februar 2007 in Zimmer 607 gefunden. Wiederbelebungsmaßnahmen scheitern. Der Cocktail aus neun verschiedenen Pillen, von Appetitzügler bis Schlaftabletten, ist zu stark für ihr Herz. Heute, über zwei Jahre später, stehen ihr Lebensgefährte Howard K. Stern und zwei Ärzte vor Gericht. Ihnen wird vorgeworfen, Smith absichtlich mit gefährlichen Medikamenten versorgt zu haben: ein Mordkomplott für Millionen?

Szenenwechsel: Wir schreiben das Jahr 1980, kurz vor Weihnachten. Im Badezimmer der Villa Clarendon Court im noblen Newport auf Rhode Island wird die Multimillionärin Sunny von Bülow von ihren Angestellten bewusstlos aufgefunden. Die Ursache: eine Überdosis Insulin. Sie fällt ins Koma, aus dem sie nie mehr erwacht. Von Bülow ist keine Diabetikerin, aber sie leidet an einem Tumor der Bauchspeicheldrüse. Dieser könnte zur Stoffwechselkatastrophe führen. Theoretisch. Gutachter aber meinen: Das Insulin wurde gespritzt. Hauptverdächtiger: ihr zweiter Ehemann Claus von Bülow. Er soll Sunny getötet haben, um an ihr Vermögen zu kommen und um seine Geliebte zu heiraten. 1982 wird er zu 30 Jahren Haft verurteilt. Das Urteil wird später aus Mangel an Beweisen aufgehoben.

So unterschiedlich die Herkunft der beiden Blondinen Smith und von Bülow ist, ihr Schicksal weist Parallelen auf. Erstere arbeitet sich mit Nackt­fotos zum internationalen Sexsymbol hoch. Die Ehe mit dem 89-Jährigen Ölgiganten Howard Marshall macht Smith zur Mil­liardärsgattin und bald darauf zur millionenschweren Witwe. Von Bülow wiederum erbt mit vier Jahren von ihrem Vater ­ 75 Millionen Dollar und wird zur Jetset-Ikone. Sie, die eigentlich Martha heißt, aber wegen ihres sonnigen Gemüts Sunny genannt wird, hat in Sachen Liebe wenig zu lachen. Ihre erste Ehe scheitert und auch die Liebe von Gatte Nummer zwei, dem Dänen von Bülow, erkaltet schnell.

AP060228041681

Den Millionen von Anna Nicole Smiths ver­storbenem Ehemann folgten ein Erbschaftsstreit, Tablettensucht und der Drogentod ihres Sohnes. Smith selbst starb 2007 an einer Überdosis. Ihr letzter Lover Howard K. Stern (Bild) steht vor Gericht. Er hatte sie stets mit starken Beruhigungsmitteln versorgt.

Aktuell