Anzeige gegen Kronehit wegen fragwürdigem Muttertagsgeschenk

Ein österreichischer Privatradiosender lockt mit einer Muttertagsaktion der besonderen Art. Die SPÖ Frauen reagieren prompt und kritisieren scharf: "Mit Frauenkörpern experimentiert man nicht".

Der österreichische Privat-Radiosender Kronehit regt seit gestern mit einer fragwürdigen Aktion zum Muttertag auf.

Neue Brüste für Mama und Tochter

Unter dem Motto "Tutti Kompletti- Neue Brüste für dich und deine Mutter" sucht Kronehit ein Mutter-Tochtergespann, dass sich gemeinsam für größere Brüste unter's Messer legen möchte. Als Entschädigung für Pressetermine und Aufnahmen im Studio gibt es vom Sender 5,000 Euro für die Freiwilligen.

Die SPÖ Frauen wollen nun gegen die Muttertags-Aktion vorgehen, denn laut der SPÖ-Frauenvorsitzenden Gabriele Heinisch-Hosek würde das Gewinnspiel gegen das Schönheitsoperationengesetz verstoßen. Dieses verbietet seit 2013 "Werbung für ästhetische Behandlungen und Operationen sowie Preisausschreiben, Spiele, Verlosungen oder vergleichbare Verfahren".

"Mit Frauenkörpern experimentiert man nicht"

Wie derStandard.at basierend einer APA-Meldung berichtet, konterte der Sender wenig später der bevorstehende Anzeige: Die Aktion sei kein Gewinnspiel und würde daher nicht gegen das entsprechende Gesetz verstoßen. Die SPÖ Frauen sehen das anders und wollen sowohl gegen Kronehit als auch den zuständigen Arzt vorgehen. Heinisch-Hosek: "Das ist unterste Schublade und geschmacklos. (...) Mit Frauenkörpern experimentiert man nicht".

Empörung im Netz

Nicht nur die SPÖ Frauen zeigen sich nach Veröffentlichung der Aktion empört. Auf Facebook ärgerten sich viele NutzerInnen über die "geschmacklose" Idee, wie etwa eine Nutzerin kommentierte. Andere sahen in dem vermeintlichen Gewinnspiel einen PR-Gag a la Palmers.

Ähnliche Aktion sorgte bereits am Jahresanfang für Kritik

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Radiosender mit einer derartigen Aktion in die Kritik der Öffentlichkeit geriet. Wie die Münchner Abendzeitungberichtet, musste ein Ingolstädter Radiosender erst Anfang des Jahres die Verlosung einer Brustvergrößerung nach wenigen Tagen stoppen, weil man damit gegen das Schönheitsoperationengesetz verstieß. Laut der Zeitung sei man mit der geschickten Umgehung dieses Gesetzes in Österreich zwar schlauer, als der deutsche Radiosender, "auf der nach unten offenen Skala der niveaulosesten Radio-Aktionen dürfte sich Kronehit aus Wien mit "Tutti Kompletti" einen Spitzenplatz sichern", konstatiert der Autor des Artikels.

Dass es sich bei dem "sozialen Experiment" um nichts anderes als einen netten Anstrich für eine moralisch fragwürdige Voyeuristen-Aktion handelt, würde schon der Banner des Experiments beweisen, wird kritisiert.

Kronehit hält trotz der Negativ-Schlagzeilen an der Aktion fest. Vermutlich auch deswegen, weil man dort genau das erreicht hat, was man sich erhofft hatte: Nämlich ganz viel Aufmerksamkeit für den Sender.

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