Antifeministische Parolen

So gehen Sie mit Killersätzen und antifeministischen Unwahrheiten um.

Wir alle kennen das: Da sitzt man in einer Runde beisammen, diskutiert über Gott und die Welt, und wenn man bei Frauenthemen landet, kommt von schräg rechts hinten schon der erste Pfeil geflogen. Nicht selten fliegt dann eine Axt hinterher. Es wird provoziert auf Teufel komm raus. Und Sie? Finden sich plötzlich in der Defensive wieder. Und wenn Sie laut werden, freuen sich alle über „die emotionale Reaktion" der „hysterischen Weiber". Hier einige Tipps, wie Sie mit antifeministischen Parolen am besten umgehen.

1. Cool bleiben. „Wer persönlich mit sexistischen Parolen konfrontiert wird, sollte betont sachlich bleiben und sich nicht provozieren lassen", sagt die Medienwissenschafterin Brigitte Theißl. „Oftmals suchen solche Menschen keine ernsthafte Auseinandersetzung, sondern erfreuen sich lediglich an emotionalen Reaktionen, die sie für ihre Provokationen ernten. Im Netz spricht man auch von „Trollen", das sind UserInnen, die bewusst Diskussionen stören. Auch in de Live-Diskussion lauet das Motto: „Don't feed the trolls".

2. Selbst Fragen stellen. Antifeministische Positionen sind häufig recht einfach zu entkräften. Hilfreich ist es, dem anderen gezielt Fragen zu stellen, die ihn/sie in Argumentationsnot bringen - denn selten handelt es sich bei Angriffen um echte Argumente. Fordern Sie eine sachliche Diskussion, zeigen Sie sich für eine solche auch offen.

3. Sie sind keine Auskunftei - und auch kein Sandsack. Wenn das Gegenüber nicht dazu bereit ist, sich auf eine sachliche Diskussion einzulassen, sollte man nicht unnötig Energie in eine Auseinandersetzung investieren. Denn meist geht es ohnehin nur um die Provokation (siehe Punkt 1.), Wer sich nicht zum Krokodil machen lässt, wird für den Kasperl schnell uninteressant.

Wichtig: Auch Feministinnen müssen nicht immer er- und aufklären. Brigitte Theißl sagt: „Auf meinem feministischen Blog werden immer wieder dieselben platten Parolen und wenig gehaltvolle Belehrungen gepostet, mittlerweile lösche ich solche Kommentare oder gehe zumindest nicht argumentativ auf sie ein. Denn es ist nicht meine Aufgabe, Menschen aufzuklären, die sich zu Geschlechterthemen nicht informieren oder informieren wollen.

Der Verein "Genderraum" bietet ein Argumentationstraining gegen sexistische Stammtischparolen an.

Infos unter:
www.genderraum.at

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