Antifeministen und der Buchladen, der sie besiegte

Ein australischer Buchladen teilt das Facebook-Posting einer feministischen Autorin – und erntet den Hass frauenfeindlicher Männer.

Eigentlich ist nichts passiert. Am Montagmorgen teilt die Facebookseite des lokalen Buchladens Avid Reader im australischen Brisbane den Facebook-Post der feministischen Autorin Clementine Ford. Die Australierin verkündete die Vertragsunterzeichung für ihr zweites Buch. Es wird „Boys Will Be Boys“ heißen und „toxische Maskulinität untersuchen.“ So weit, so gut.

Gegen Abend kommen die Trolle und sie sind wütend. Auf Clementine Ford, weil sie Feministin ist. Auf den Buchladen, weil der ihre Bücher auch noch unterstützt. Sie vergeben dutzende 1-Sternbewertungen und posten auf die Facebookseite.

"Männerhassender Buchladen!"

„WIDERLICHER MÄNNERHASSENDER BUCHLADEN, DER MISANDRIE VERBREITET!“, schreibt einer mit aktivierter Shift-Taste. „Nachdem Sie Misandristin Clementine Ford, die Männer hasst, unterstützen, werde ich nie wieder in ihren Buchladen/Café gehen,“ ein anderer.

Das Schöne am Internet: wir sind alle da. Die australische Literaturcommunity und Fords Fans bekamen Wind von der Sache und überhäuften Avid Book Readers Facebookpage mit netten Kommentaren und zahlreichen 5-Sternbewertungen. Beim Schreiben dieses Artikels steht es 288 zu 3.825. Und Avid Book Readers Social Media Manager Chris Currie wird nicht müde, die Hasspostings mit trockenem Humor zu beantworten.

Avid Reader Bookshop antwortet auf frauenfeindliche Bewertungen

"Es ist unmöglich, ein logisches Gespräch zu führen..."

Für Clementine Ford ist das alles (leider) nichts Neues. Seit der Veröffentlichung ihres ersten Buches „Fight Like A Girl“, einem nicht-fiktionalen und sehr persönlichem Buch über den Feminismus und warum er wichtig ist, ist sie eine beliebte Zielscheibe von Online-Hasskampagnen.

Zu den Schwierigkeiten, denen man als laute Frau in unserer Gesellschaft gegenüber treten muss, sagt sie dem Guardian: „Es ist ermüdend und anstrengend sich mit den täglichen Angriffen voller Missbrauch und Paranoia wütender Männer und ihrer verängstigten Kohorte auseinanderzusetzen. Es ist unmöglich, ein logisches Gespräch mit ihren zu führen, weil sie sich nicht für Fakten interessieren, sondern nur für ihre eigenen Gefühle bezüglich dieser Fakten. […] Sie sollten ihren eigenen Rat folgen und Dinge, die ihnen nicht passen, einfach ignorieren.“

Clementine Ford und Avid Book Readers können sich zum Glück auf ihre treue Kunden- und Leserschaft verlassen. Mit solcher Unterstützung kann man auch die Hasstiraden irgendwie überstehen. Zumindest im Internet haben die FeministInnen diesmal gewonnen.

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