Anti-Palmöl-Spot: Warum diese Weihnachtswerbung verboten wurde

Ein Anti-Palmöl-Spot der Supermarktkette "Iceland" wurde in Großbritannien verboten, weil er "zu politisch" sei. Das Video geht trotzdem viral.

Die britische Supermarktkette "Iceland" hat gemeinsam mit der Umwelt-NGO "Greenpeace" einen emotionalen Werbespot gegen Palmöl veröffentlicht – doch das Video darf nicht im Fernsehen ausgestrahlt werden. Der Grund: Es ist "zu politisch".

Im animierten Clip verwüstet ein Orang-Utan-Junges das Zimmer eines Mädchens. Das Mädchen will ihn wegschicken, doch vorher will es noch wissen, woher er kommt und warum er in seinem Zimmer wütet. Daraufhin werden die Erinnerungen des kleinen Affenjungen gezeigt: Sein Wald wurde zerstört, um Palmölplantagen anzulegen. Der Orang-Utan erzählt, wie seine Mutter durch die Menschen gestorben ist. 

"Iceland" hatte diesen Spot eigentlich als Weihnachtsclip geplant - doch der britische Rundfunk hat ihn verboten, weil er nicht dem britischen Kodex für Rundfunkwerbung, dem UK Code of Broadcast Advertising, entspricht. Der Werbeclip sei "zu politisch", der Clip wurde nämlich von "Greenpeace" produziert. Werbungen müssen abgelehnt werden, wenn sie "von (oder im Namen von) Organisationen" produziert werden, die "gänzlich oder hauptsächlich von politischer Natur" geprägt sind, so die NGO Clearcast, die für die Freigabe von Werbungen für die vier größten UK-Sender verantwortlich ist. Es gehe bei dem Verbot nicht um den Inhalt der Werbung, sondern darum, dass Greenpeace dahinterstecke, schreibt Clearcast weiter.

Online-Petition für Ausstrahlung gestartet

Auf Youtube ist das Video jedoch weiterhin zu finden, ebenso auf der Homepage von "Iceland". Und seit dem Verbot hat das Video mehr Zugriffe als zuvor. Um die Werbung doch noch ins TV zu bringen, gibt es auch schon eine Petition, die bereits fast 980.000 Menschen unterschrieben haben. Mark Topps, der Initiator, sagt: "Die Werbung beinhaltet eine wichtige Nachricht – eine, die emotional ist, berührt und dabei hilft, eine Information für die Rettung unserer Umwelt zu streuen. Also muss sie ausgestrahlt werden."

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