Ansteckend gut aufgelegt

Manchmal wird Fröhlichkeit im Kino nicht bestraft – wie in Happy-Go-Lucky, einer Komödie über die Liebe zum Leben.

Manchmal wird Fröhlichkeit im Kino nicht bestraft – wie in Happy-Go-Lucky, einer Komödie über die Liebe zum Leben.

Text Peter Hiess Fotos beigestellt

Es gibt Menschen, die einen mit ihrer dauernden guten Laune nerven. Poppy (Sally Hawkins), von Beruf Volksschullehrerin, gehört nicht dazu. Schon wenn sie auf dem Fahrrad durch die verstopften Straßen Londons gleitet, strahlt sie Fröhlichkeit aus und fühlt sich von den miss­mutigen Mienen der Passanten keinen Augenblick dabei gestört. Poppy lacht, Poppy geht im Club tanzen, Poppy lernt Flamenco, Poppy springt auf dem Trampolin herum – und Poppy lacht noch immer.

Wer die Filme des britischen Regisseurs Mike Leigh kennt, erwartet spätestens jetzt ein deprimierendes Donnerwetter. Leigh ist ein Meister des sozialen Realismus, der seine Schauspieler in einer eigenen (und geheimen) Improvisationstechnik meist banale kleine Dramen aus der Arbeiterklasse darstellen lässt und damit Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen seiner Inselheimat übt. In Happy-Go-Lucky jedoch zieht er – ganz dem Titel des Films entsprechend – andere Saiten auf: Seine Protagonistin hat zwar auch ihre Probleme mit Beziehungen, Schülern und Freunden, aber das ändert nichts an ihrer durchwegs positiven Weltsicht. Als sie allerdings beim Üben für den Führerschein den unglaublich ­zwideren Fahrlehrer Scott (Eddie Marsan) kennenlernt, der nicht nur an alle möglichen Verschwörungstheorien glaubt, sondern auch davon überzeugt ist, dass der Rest der Welt einzig und allein gegen ihn konspiriert, scheint es, als würde von dem Typen selbst ihre ­Geduld auf die Probe gestellt.

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Weitere Film-Tipps finden Sie in der Juli-Ausgabe der WIENERIN.

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Poppy (Sally Hawkins), lässt sich nicht verdrießen. Auch wenn die Sache mit der Fahrschule anstrengend ist …


Mehr zum Film:

extern_linkHappy-Go-Lucky

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