Anschlag in Wien: Wie du jetzt möglichst gut auf deine mentale Gesundheit achten kannst

Wie du in Zeiten wie diesen mit Anxiety und Angstzuständen umgehen kannst - und wo du dir Hilfe suchen kannst.

Anxiety

Am Montagabend gab es in der Wiener Innenstadt laut Innenministerium einen Terroranschlag (laufende Informationen - und Anweisungen - dazu am besten hier). Das, was viele von uns aus Medienberichten und Nachrichten aus aller Welt kannten, passiert plötzlich ganz nahe. Da hat es - aus psychologischer Sicht völlig nachvollziehbar - manchmal den Anschein, als würde die Welt immer gefährlicher werden. Man hört, liest und sieht von Gewalt, Anschlägen, Attentaten auf öffentlichen Plätzen. Angstzustände werden mit jedem Bericht über eine weitere Gewalttat erneut getriggert. Deshalb: Gib auf dich Acht, so gut du das kannst. Wie das geht, was dabei hilft und wie du in diesen schwierigen Zeiten ganz besonders auf deine psychische Gesundheit schauen kannst:

1. Versuche, deine Gefühle zu verstehen.

Schau: Jedes unserer Gefühle hat eine oder mehrer Funktionen. Gefühle dienen grundsätzlich also alle einmal dazu, damit wir möglichst gut (über-)leben können. In Zeiten wie dieses ist es besonders wichtig, die eigenen Gefühle zu verstehen und einordnen zu können. Versuche stets aufmerksam zu sein, aber nicht dauerhaft ängstlich. Ein gewisses Bewusstsein zu haben, hilft. Ständig in Angst zu leben ist eher kontraproduktiv, weil Angst unser Bewusstsein einschränken kann. Angst ist im Grunde eine "Was wäre, wenn...?"-Schleife unseres Gehirns und legt die Konzentration auf das, was passieren könnte. Das führt dazu, dass wir aus den Augen verlieren, was tatsächlich gerade passiert.

2. Fokussiere dich auf das, was du kontrollieren kannst.

Das große Ganze tut oft weh. Man fühlt sich hilflos, machtlos, völlig gelähmt. Umso wichtiger ist es, ein Gefühl der Kontrolle zurückzugewinnen und sich auf das zu konzentrieren, das im eigenen Handlungsspielraum liegt. Das können schon Kleinigkeiten wie die Frage "Was esse ich heute?" sein.

3. Halte deine Gefühle und Gedanken im Gleichgewicht.

Wenn man gefühlt ständig von schlechten Nachrichten und Terror-Newsmeldungen umgeben ist, kann es schwierig sein, auch noch das Gute zu sehen und positive Gefühle zuzulassen. Hole dir daher immer wieder Situationen in Erinnerung, die dir gut getan haben und in denen du dich wohlgefühlt hast. Das ist wichtig für unser Gehirn, damit es dann wieder genügend Kapazitäten hat, das Schlechte zu verarbeiten.

4. Konsumiere nur das Nötigste an Medien.

Ja, auf dem Laufenden zu sein ist wichtig. Aber: Konzentriere dich nur auf die Fakten. Sobald du genügend Fakten konsumiert hast, ist es Zeit, das Handy wieder beiseite zu legen oder den Fernseher auszuschalten, anstatt dir ständig die Wiederholungen von den Ereignissen anzuschauen. Das kann das Gefühl der Bedrohung und der Bedrängnis nämlich verstärken. Gönn deinen Gedanken und Gefühlen lieber regelmäßig eine Auszeit von tragischen Nachrichten.

5. Lass deine Gefühle zu.

Gefühle zu ignorieren oder zu leugnen hilft nie. Im Gegenteil: Das lässt negative Gefühle sogar noch stärker werden. Nimm deine Gefühle an, sie sind immer legitim. Was dabei hilft: Sprich mit dir nahe stehenden Personen über denen Gefühlszustand, über deine Sorgen und gebt euch gegenseitig emotionale Unterstützung.

6. Behalte eine möglichst normale Routine bei.

Unser Gehirn funktioniert im Grund recht simpel: Wenn wir uns möglichst normal verhalten, fühlen wir uns auch halbwegs normal.

7. Beweg dich ein bisschen - oder meditiere.

Psychische und physische Gesundheit hängen zusammen. Sich körperlich stark zu fühlen kann auch dabei helfen, sich emotional stabiler zu fühlen. Schau deshalb, dass du genug Ruhe bekommst, ernähre dich gesund und beweg dich hin und wieder, um ein bisserl Stress abzubauen. Oder geh's ein bisschen ruhiger an mit Entspannungstechniken oder Meditation. Dadurch kannst du die körperlichen Symptome der Angst zumindest für einen kurzen Zeitraum ruhig stellen.

Wenn du psychischen Support brauchst, kannst du dich hier melden:

  • Psychiatrische Soforthilfe für Wien – 24-Stunden-Hotline: +43 1 31330
  • Notfallpsychologischer Dienst Österreich - 24-Stunden-Hotline: +43 699 188 554 00
  • Rat auf Draht – 24-Stunden-Hotline: 147
  • Ab heute ist auch die Corona-Sorgenhotline Wien verstärkt und unter 01 4000 53000 erreichbar!
 

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