Anne-Marie: „Everybody and every body is perfect!“

Die WIENERIN traf den britischen Shooting-Star vor ihrem Wien-Gig in der Arena zum Interview.

Nur wenige Minuten vor dem Gig in der Arena Wien durfte die WIENERIN backstage zu Anne-Marie um mit ihr über das Debütalbum „Speak Your Mind“ zu plaudern. „Ich bin froh über die Ablenkung“, meinte die Sängerin gut gelaunt. Nach der Headliner-Tour kommt die Britin am 7. und 8. August als Support von Ed Sheeran wieder nach Wien.

WIENERIN: Danke, dass wir so kurz vor deinem Auftritt noch kommen dürfen. Das ist ungewöhnlich.

Anne-Marie: Ist es das? Oh, ich bin eigentlich dankbar über jede Ablenkung vor der Show.

Nervös?

Ja! Ich glaub das hört niemals auf bei mir. Ich liebe es zu performen, zu singen, die Leute zu unterhalten. Aber das Davor ist einfach grauenhaft.

Gratulation zu deinem Debütalbum. Die Songs sind alles Ohrwürmer, im besten Sinn des Wortes. Was ist dein liebster Song?

Im Moment mag ich „Perfect“ am liebsten. Ja „Perfect“ – dieser Sing ist ‚hot‘ und auch die Aussage ist mir wichtig: „Love every single part of my body. Top to the bottom. I’m not a supermodel from a magazine, I’m okay with nit being perfect. Cause that’s perfect to me.“

Lustig. Mir geht’s ähnlich. Als ich den Song zum ersten Mal gehört habe, dachte ich mir: Den muss jedes Mädchen, jeder Bursch, der an sich zweifelt, unbedingt hören. Was hat dich eigentlich so stark gemacht?

Meine Vorbilder waren Pink, Lauryn Hill, Christina Aguilera. Alles starke Musikerinnen mit starken Aussagen. Wenn ich so ein Vorbild für junge Menschen sein kann, dann freut mich das. Ich will starke und bestärkende Musik machen, meine Lieder sollen eine Bedeutung haben.

Du schreibst deine Songs selbst. Was ist denn zuerst da? Die Musik oder der Text?

Meistens die Texte. Wenn ich mir es richtig überlege: Immer die Texte (lacht). Wie gesagt, ich will etwas erzählen mit meinen Songs. Ich setze mich jetzt nicht hin und sage: Ich schreibe einen Pop-Song schreiben. Es ergibt sich … Da ist ein Text und dann kommt die Musik. Als Inspiration dienen mir da meine eigenen Geschichten, wie ich über Dinge denke, was ich sehe, empfinde, lese, beobachte. Das Album ist sicherlich inspiriert von „heartbreak“. Dann ist da noch Körperliebe und der Wunsch, dass die Welt eine glückliche ist. Es ist schön, dass ich eine Stimme habe, und dass ich, wenn ich einen Song oder einen Tweet oder was auch immer schreibe, Menschen positiv beeinflussen kann.

Wie würdest du deinen Sound beschreiben?

Es ist hart zu beschreiben. Sehr emotionales Pop-Story-telling vielleicht?

Ein Song auf dem Album heißt „Friends“, ein anderer „Bad girlfriend“. Was bedeutet für dich Freundschaft? Ist es aufgrund deiner Berühmtheit schwieriger für dich geworden, Freunde zu finden?

Eigentlich nicht. Mein Umfeld ist dasselbe wie früher auch. Ich habe wenig, aber sehr gute Freundinnen und Freunde. Ich will für andere da sein, sie sind für mich da. Wir haben eine gute Zeit, auch wenn wir uns nicht mehr so oft sehen und zusammen abhängen können.

Mit dem Song „2002“ gibt es einen erstklassigen Nachfolger von „Summer of ‚69“.

Oh danke für das Kompliment – ich liebe es! Den Song hab ich gemeinsam mit Eddie (Anmerkung: Ed Sheeran) gemacht. Es war seine Idee. 2002 war so eine unbeschwerte Zeit, der erste Kuss, die erste große Liebe. Wir haben wir uns gedacht, dass müssen wir irgendwie festhalten, lass‘ uns einen Song machen. Er ist sehr authentisch und emotional geworden. Ich mag ihn.

Was magst du lieber – aufnehmen oder performen?

Ohne Studio gibt’s keine live Auftritte. Ich komme gerne mit Menschen zusammen, ich mag es, mit meinen Fans einen super Abend zu haben. Also, wenn ich mich entscheiden muss, dann Bühne!

Als Sängerin muss man diszipliniert auf seinen Körper achten. Wie gelingt dir das?

Ich werde immer besser und bemühe mich sehr, wenig Alkohol zu trinken und nach der Show nicht zu schreien bzw. zu viel zu sprechen. Das musste ich erst lernen: keine zu kalten Getränke, lieber einmal einen Schal zuviel.

Du wirst immer wieder als die „neue Adele“ bezeichnet. Magst du solche Vergleiche?

Sie ist toll. Ich liebe Adele, sie ist eine großartige Künstlerin. Sie schreibt aus dem Herzen heraus. Wenn Menschen finden, dass ich ihr ähnlich bin: Gott, das ist wirklich okay.

Was macht Anne-Marie in zehn Jahren?

Ich möchte Musik machen und damit etwas sagen!

Aktuell