Anklagen dieses Jahr um mehr als ein Drittel gestiegen

Wie "Der Standard" berichtet, werden Anzeigen und Anklagen wegen sexueller Belästigung immer häufiger.

Der "Po-Grapsch-Paragraf", wie er von diversen Medien genannt wurde, ist seit Jänner 2016 in Kraft. Konkret ist hier eine Verschärfung des Sexualstrafrechts gemeint, die ungewollte Berührungen - nicht nur an den Geschlechtsmerkmalen, sondern eben auch am Gesäß oder den Oberschenkeln - strafbar macht. Wer jemanden "durch intensive Berührung einer der Geschlechtssphäre zuzuordnenden Körperstelle in seiner Würde verletzt" dem drohen bis zu sechs Monate Haft oder 360 Tagessätze Bußgeld.

Dass sich diese Verschärfung - und die damit einhergehende Berichterstattung über das Thema in echten Zahlen festschreiben - zeigen jetzt dem "Standard" vorliegende Auswertungen des Justizministeriums. Demnach sind ist die Zahl der Anklagen, die die Staatsanwaltschaften wegen "sexueller Belästigung und öffentlich geschlechtlicher Handlung" erhoben haben, seither deutlich gestiegen.

Im Jahr 2015 wurde in 242 Fällen (Anzeigen: 1106) sexueller Belästigung angeklagt, zwischen Jänner und Oktober 2016 bereits in 329 Fällen (Anzeigen: 1164). Das heißt auch: es gibt nicht wesentlich mehr Anzeigen, dafür landen immer mehr Fälle vor Gericht. Die Dunkelziffer ist jedoch viel höher. Eine EU-Studie besagt, dass rund fünf Prozent der Frauen in Europa sexueller Belästigung im vergangenen Jahr ausgesetzt waren. Wie der "Standard" vorrechnet, wären das in etwa 200.000 Frauen jährlich in Österreich.

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