Angststörungen

Angst hat jede(r) mal, das gehört zum Leben dazu. Aber wenn sich eine handfeste Angststörung entwickelt, muss man damit nicht leben, sondern handeln. Wir sagen, worauf es dann ankommt.

"Ich habe genauso Angst wie du", der Titel des Songs bekommt durch die Ergebnisse einer Studie der Stony Brook Universität in New York eine völlig neue Bedeutung. Forscher haben nämlich herausgefunden, dass Angst ansteckend ist: Sie schickten 40 Freiwillige zum ersten Fallschirmsprung ihres Lebens in die Luft. Zurecht rechneten die Forscher mit einer erhöhten Produktion von Angstschweiß, den sie mit einem saugfähigen Kissen unter den Achseln einfingen.

Im Labor extrahierten die Wissenschaftler den Schweiß aus den Kissen und ließen weitere Freiwillige die Angstausdünstungen riechen. Deren Reaktionen zeigten eindeutig: Probanden, die am Angstschweiß schnüffelten, wiesen eine erhöhte Aktivität der Angstzentren auf. Kontrollprobanden, die gewöhnlichen Schweiß einatmeten, hatten reagierten hingegen nicht besonders. Studienleiterin Mujica-Parodi führt die Angstreaktionen auf Geruchsbotenstoffe, sogenannte Pheromone, zurück, die Angst und Stress auf andere Menschen übertragen. Auch wenn die Wissenschaft noch nicht weiß, wie diese "Ansteckung" tatsächlich von statten geht, eines ist klar: Keiner von uns ist gegen das Gefühl immun.

Mehr zur Angst und wie Sie sie überwinden lesen Sie auf Seite 2 >>

Angst im Wald
Allerdings sind Frauen von Angststörungen häufiger betroffen als Männer. Das ergab eine Untersuchung von etwa 7.000 Menschen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt Angsterkrankungen neben Depressionen zu den am stärksten beeinträchtigenden Krankheiten.

Angst ist das beim Erleben (oder bei der Vorstellung) einer unüberwindlich erscheinenden Bedrohung auftretende beengende Gefühl des existentiellen Bedrohtseins (extrem als Todesangst), so die Definition der Mediziner.

Ängste entstehen als Folge von:

  • angeborener Reaktionsweisen
  • erlernter Reaktionsweisen
  • belastenden Erlebnissen oder Erfahrungen
  • körperlichen Krankheiten oder Nebenwirkungen von Medikamenten oder Drogen.

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Anzeichen können sein:

  • Ungeduld bzw. die Geduld wird schnell verloren
  • Reizbarkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Ständig mit dem Schlimmsten rechnen, "schwarz zu sehen"
  • Niedergeschlagenheit
  • Zwanghafte Beschäftigung mit einer Sache oder einem Thema, sich festbeißen

Begleitet ist die Angst auch von körperlichen Symptomen wie Blässe, Schwitzen, veränderter Mimik, Zittern, Herzklopfen, Blutdruckanstieg, eventuell auch Ohnmacht oder Durchfall.

Wenn das Herz bis zum Hals schlägt, die Knie zittern und ein Schweißausbruch folgt, ist das unangenehm. Gut, dass diese Angst in der Regel auch schnell vorüber ist. Kein Grund zur Panik, oder? Was aber, wenn die Angst bleibt? In der Psychologie spricht man dann von einer Angststörung. Um diese behandeln lassen zu können, muss sie zunächst bewusst werden:

  • man muss erkennen, dass man unter einer Angststörung leidet (Symptome beobachten)
  • anerkennen, zugeben, akzeptieren, dass man unter einer Angststörung leidet (die Scham vor der Erkrankung überwinden)
  • sich an einen Arzt wenden (Bereitschaft, fachliche Hilfe anzunehmen)

Vor allem aber muss man sich eines klar machen: Es gibt immer einen Weg aus der Angst(störung)!

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