Angela Merkel versucht Flüchtlingsmädchen zu trösten

Im Rahmen einer Schülerdiskussion sagt die deutsche Bundeskanzlerin einem Flüchtlingsmädchen, dass es möglicherweise abgeschoben wird. Unter #merkelstreichelt sorgt ihr Tröstungsversuch für Gesprächsstoff.

Im Rahmen der Veranstaltung "Gut Leben in Deutschland" erzählt die junge Schülerin Reem, die auf einen positiven Bescheid ihres Asylverfahrens hofft, Kanzlerin Merkel von ihrem Traum, einmal zu studieren, und von der ständigen Angst, in die unsichere Heimat Palästina zurückkehren zu müssen: "Es ist wirklich sehr unangenehm, mitansehen zu müssen, wie andere das Leben genießen können, und man selber halt nicht."
Polit-Profi Merkels Antwort: "Ich verstehe das, und dennoch muss ich jetzt auch - das ist manchmal auch hart, Politik, - wenn du hier jetzt vor mir stehst, bist du ja ein unheimlich sympathischer Mensch, aber du weißt auch, in den palästinensischen Flüchtlingslagern im Libanon gibt es noch Tausende und Tausende, und wenn wir jetzt sagen 'Ihr könnt alle kommen' (...) das können wir jetzt auch nicht schaffen."

Das Video

Update: Das offizielle Video von der Veranstaltung ist auf der Website der deutschen Bundesregierung zu sehen.


Während Angela Merkel zu weiteren Fragen übergeht, beginnt Reem im Kreise ihrer Mitschüler zu weinen. Merkel beendet ihren unvollständigen Satz und geht zu dem Mädchen hinüber, versucht, tröstende Worte zu finden: "Du hast das doch prima gemacht."
Moderator Felix Seibert-Daiker schaltet sich ein und gibt zu Bedenken, dass es wohl nicht um "prima" gehe, sondern um die wahnsinnige Belastung, unter der Reem leide. Merkel gibt nicht auf und erwidert: "Ich weiß, dass das eine belastende Situation ist, aber trotzdem möchte ich sie einmal steicheln."


So menschlich wie möglich oder klar daneben?

Merkels spontane Reaktion und ihre Aussage sorgen unter dem Hashtag #merkelstreichelt für eine Diskussion auf Twitter:


Moderator Seibert-Daiker richtet am Ende der Veranstaltung treffende Worte an die deutsche Kanzlerin: "Wäre schön, wenn Sie das Gesicht des Kindes mitnehmen. Und immer, wenn Sie über das beschleunigte Verfahren reden, rufen Sie sich das nette Gesicht des Kindes ins Gedächtnis."

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