Amorelie-CEO: "Sextoys müssen raus aus der Schmuddelecke"

Lea-Sophie Cramer gilt als die neue Beate Uhse. Denn mit ihrem Sextoy-Versand-Unternehmen ist sie höchst erfolgreich. Im WIENERIN-Gespräch erklärt sie, warum sie glaubt, dass es sich für Frauen lohnt, Sextoys auszuprobieren.

Lea-Sophie Cramer, die Gründerin des erfolgreichen Sextoy-Versand-Unternehmens "Amorelie" im WIENERIN-Talk.

Wie kommt man als junge Frau darauf, ein Start up zu gründen, das Sextoys verkauft?

Lea-Sophie Cramer: Naja, wir haben einfach gedacht, es muss auch etwas für uns Frauen geben, für Paare, wo wir uns wohlfühlen und wo Sexualität als etwas Großartiges, Sinnliches verstanden wird. Wie kann es sein, dass das noch immer so in der Schmuddelecke steht, wie kann es sein, dass das noch immer ein Tabu ist. Da haben wir beschlossen: Wir müssen etwas machen und einen Shop kreieren, der das Liebesleben als was Schönes definiert und wo man sich nicht schämt, wenn man dort einkauft. Also haben wir Amorelie gegründet.

Ist Sexualität, oder das Ausprobieren von Toys, noch immer sehr schambehaftet aus deiner Sicht?

Ich glaube schon, dass da noch viel zu tun ist. Ich glaube, es sind ganz viele Frauen da draußen, die sagen: Ich weiß gar nicht so genau, was ich mag und ich bin mir nicht sicher wie ich meine Fantasien ausleben kann. Und wir verstehen die Scham und die Unsicherheit ja auch total, aber wir sind uns auch sicher, dass es für alle - also für die Frauen und auch deren Partner - nur von Vorteil sein kann, herauszufinden, was man mag.

Frauen, traut euch, rauszufinden, was ihr mögt!

Habt ihr dann also eine Botschaft für die Frauen?

Ja, die lautet: Wir können wirklich gut nachvollziehen, dass da einiges noch schambehaftet ist, aber bitte traut euch, euch selber gegenüber ehrlich zu sein und erstmal zu entdecken, was ihr toll findet, was ihr mögt, was ihr spannend findet. Wenn ihr in einer Paarbeziehung seid, traut euch, darüber zu sprechen, was ihr mögt, weil es ist keinem geholfen, wenn man das für sich behält.

Und Spielzeug kann dabei auch helfen?

Auf jeden Fall, auch wenn vielleicht nicht das allererste Toy sofort das Nonplusultra ist. Ich bin mir sicher, irgendwann ist etwas dabei, das eine Stimulation auslöst, die man vorher so noch nicht erlebt hat und die - ja - wirklich was bewegt für einen.

Inzwischen verkauft ihr Sextoys nicht nur, sondern entwickelt auch welche, wie macht man das?

Wir ziehen viel Inspiration aus den Erfahrungen unserer Toy-Party-Beraterinnen, die kennen sich ja total gut aus, weil die bei den Menschen zu Hause sitzen und uns weitersagen, was die gerne noch hätten. Und dann auch aus dem Team - unsere Leute testen nämlich ganz viel und sagen auch, warum gibt´s das und das eigentlich nicht. Dann schauen wir, ist das machbar und wenn´s machbar ist, setzen wir es um.

Du wirst oft mit Beate Uhse verglichen, ist das ein Kompliment?

Absolut, das find ich positiv. Sie war eine Vorreiterin, eine Ausnahmefrau und eine, die unter ganz anderen Umständen leben hat müssen, als ich es jetzt kann. Sie ist eine totale Inspiration.

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