Alyssa Milano: Ein Sexstreik gegen Abtreibungsgesetze

Die Schauspielerin Alyssa Milano ruft Frauen zu einem „Sex-Streik“ auf, um ein umstrittenes Abtreibungsgesetz im US-amerikanischen Bundesstaat Georgia zu bekämpfen. Liberale KritikerInnen halten das für ein falsches Signal.

Alyssa Milano ruft zu Sexstreik auf.

Kein Sex für körperliche Selbstbestimmung. Alyssa Milano hat wegen eines neuen, restriktiven Abtreibungsgesetzes im US-Bundesstaat Georgia zu einem Sexstreik aufgerufen. Solange Frauen nicht die „gesetzliche Kontrolle über ihre eigenen Körper“ hätten, könnten sie keine Schwangerschaft riskieren. „Wir müssen verstehen, wie entsetzlich die Situation im Land ist“, sagt Milano der Nachrichtenagentur AP.

Das restriktive Abtreibungsgesetz Georgias macht einen Schwangerschaftsabbruch unmöglich, sobald der Herzschlag des Fötus zu hören ist. Das passiert normalerweise in der sechsten Schwangerschaftswoche. Oder, vereinfacht gesagt: Wenn die Frau zwei Wochen „drüber“ ist. Viele Frauen wissen zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, dass sie schwanger sind.

Das Gesetz soll im Januar 2020 in Kraft treten. Ähnliche Gesetze wurden in den republikanisch geführten Staaten Mississippi, Kentucky und Ohio verabschiedet. Weitere Staaten könnten nachziehen. Milano, die auch maßgeblich an #MeToo beteiligt war, setzt sich nun für den Kampf gegen die massiven Einschränkungen des körperlichen Selbstbestimmungsrechtes ein: Frauen sollten auf Sex verzichten bis sich die restriktiven Abtreibungsgesetze wieder geändert haben.

Konservative loben, Liberale kritisieren

Mehr als 17.000 Likes und 14.000 Kommentare hat der Tweet mit dem Hashtag #Sexstrike inzwischen gesammelt. Die Reaktionen allerdings sind gemischt. Konservative loben Milano nicht nur ironisch dafür, eine Lanze für Abstinenz zu brechen.

Intersektionale FeministInnen kritisieren indes, dass ein Sexstreik die Sexualität von Frauen völlig ignorieren würde. Der Tweet erwecke den Eindruck, dass Frauen nur Sex hätten, um männliche Bedürfnisse zu befriedigen. Außerdem würden queere Frauen ausgeschlossen.

"Sexstreik" hat Ziel jetzt schon erreicht

Milano stört die Kritik nicht, sagt sie der Nachrichtenagentur AP. Ihr Tweet habe den gewünschten Effekt gehabt, die Leute würden nun über den Krieg gegen Frauen reden. Sexstreiks hätten außerdem eine Geschichte im Protest gegen oder für politische Reformen, sagt Milano, und weist etwa auf den Sexstreik liberischer Frauen 2003 hin, die so für ein Ende des Bürgerkrieges protestieren. „Wir können Sex lieben und für unsere körperliche Selbstbestimmung kämpfen“, schreibt sie in einem zweiten Tweet. Es gäbe Alternativen zu CIS-Männern.

Wie lang der Sexstreik andauert, solle jede Frau für sich selbst entscheiden. Milano selbst habe sich dazu noch keine großen Gedanken gemacht.

 

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