Altersmacken

Die liebenswertesten Ticks der eigenen Eltern.

Die liebenswertesten Ticks der eigenen Eltern - die Redaktion erzählt.

Typ: „Kind, weisstT du schon ...?“
Fotografin Kerstin Anders konferiert parallel mit den Eltern.

„Vor zehn Jahren hielt mein Vater (75) moderne Technologie für Teufelszeug: Computer, sagte er damals, bedeuten die Enthumanisierung der Menschheit. Mittlerweile schickt er mir wöchentlich E-Mails. Die Benutzung des Handys verweigert er aber nach wie vor. Genau andersherum verhält es sich bei meiner 71-jährigen Mutter: Sie telefoniert fleißig mit dem Handy, lässt aber jeden Rechner links liegen. Und so senden mir meine Eltern eine SMS bzw. ein E-Mail, um mich auf den neuesten Stand über dies und das zu bringen. Meist trudeln die Nachrichten zeitgleich ein und schon befinde ich mich in einer zeitintensiven Parallelkonferenz. Seitdem rufe ich lieber öfters an und spreche mit beiden ...“

Typ: Abenteuer-Pensionisten
Foto-Director Angelika Goldmann fiebert mit den Eltern mit.

„Sind in St. Fargeau, südöstlich von Orléans. Papa hat Riesenpenis überfahren :) kann nur in Frankreich passieren. Diese SMS schickte mir meine Mutter (66) von ihrer jüngsten Reise mit meinem Vater (61). Ich dachte: ‚Jetzt sind sie völlig übergeschnappt‘ –, um mir wenig später von der lachenden Mama erklären zu lassen, sie seien fernab der Zivilisation mit dem Auto über was drübergefahren. Mein Vater wäre daraufhin ausgestiegen und hätte ein rosa Teil auf der Straße liegend entdeckt. Einen Riesendildo. ‚Der war so groß wie von einem Pferd‘, staunte meine Mutter über die Existenz des Sextoys. ‚Ja, so was gibt’s‘, bestätigte ich – und kam mir plötzlich vor wie eine abgeklärte Erwachsene, die kichernden Teenies das (Sex-)Leben erklärt.“

Typ: Immer mit der Rruhe ...
Redakteurin Heidi Rietsch über den väterlichen Rhythmus.

„‚Es ist einfach so viel zu tun.‘ Meinem Vater (67) passt es gar nicht, wenn etwas seinen Alltag durcheinanderbringt. Früher war das anders, x-mal ist er umgezogen, war als Unternehmer viel unterwegs. Aber heute – verreisen? Viel zu stressig. Wenn’s dann doch sein muss, sucht er sich einen Zug, der von Wien abfährt und nicht schon aus Budapest kommt. Dann kann er eine Stunde früher da sein und sich einen Sitzplatz in der Ruhezone suchen. Spontan was unternehmen? Vor 13 Uhr hat er keine Termine frei. Und am Tagesrhythmus wird kaum gerüttelt: Um acht steht er auf, dann holt er seine drei Zeitungen, frühstückt, liest und telefoniert – erledigt unglaublich viel, was wir Kinder nicht nachvollziehen können. Fad ist meinem Vater nie.“

weiter

Aktuell