Alles wird gut!

Auf das gerade vergangene Jahr zurückzuschauen, ist immer wieder spannend. Manchmal sagt man: „Wahnsinn, das war ein Jahr nach meinem Geschmack, so könnte es ewig weitergehen.“ Mitunter denkt man sich allerdings: „Was soll das jetzt wieder für einen Sinn gehabt haben?“

2012 war mein persönliches Katastrophenjahr: rein ins Krankenhaus, raus aus dem Krankenhaus, wieder rein ins Krankenhaus ... dazwischen die Zähne zusammenbeißen und notfalls vom Bett aus die Redaktion führen, mithilfe von Handy und Laptop. Durchhalten, nicht jammern, die Welt steht nicht auf Heulsusen, diehat selbst genug Probleme.

Bisher hatte mich ja keine Watsch'n, wie sie das Leben gerne verteilt, so leicht aus der Bahn werfen können. Jedes Mal war ich aufgestanden, hatte mein Krönchen zurechtgerückt und war weitergegangen. Der Erste, der mich wirklich kleinkriegte, war der Schmerz. Er schafft es, dich zu einem Häufchen Elend zusammen zuknüllen, bis du dich selbst nicht mehr erkennst. Jetzt stehe ich hier an meinem neuen Stehpult, am zweiten Tag nach meinem Aufenthalt in einem Reha-Zentrum, wo sie mich wieder glatt strichen, und überlege, was das alles gebracht haben soll. Wie aufs Stichwort landet in diesem Moment das Buch Wofür soll ich dankbar sein? von Barbara Stöckl auf meinem Tisch. Habe ich nach so einem Jahr Grund, dankbar zu sein?

Nun, ich bin dankbar dafür, dass der Schmerz mich wieder freigegeben hat. Ich bin dankbar, dass ich in einem Land lebe, in dem es so etwas wie Reha-Zentren überhaupt gibt, die noch dazu von der Krankenkasse bezahlt werden. Dankbar für das beste aller Redaktionsteams, das inzwischen die Stellung hielt. Ich bin dankbar für meine Familie und meine Freunde, die mir beistanden und ihre Hilfe anboten. Ja, und auch dankbar, dass mein Körper überhaupt mit mir spricht und mich auf so manche Temposünde in meinem Leben aufmerksam macht, bevor es vielleicht zum Totalcrash kommen kann.

Wofür sind Sie dankbar? Und selbst, wenn Sie Kummer haben - gibt es etwas, wofür es sich lohnt, weiterzumachen? Wenn ja, dann freue ich mich für Sie. Wenn nicht, dann schreiben Sie mir. Vielleicht finden wir eine Lösung.


Ich wünsche Ihnen im Namen des WIENERIN-Teams eine friedliche Weihnachtszeit, Glück und vor allem Gesundheit. Und einen guten Start ins neue Jahr!

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