Alles wird gut

Wir erklären, warum das Prinzip Hoffnung ein erfolgreiches Konzept ist und wie damit tatsächlich alles gut werden kann.

Heute schon einen Satz mit „Ich hoffe, dass …“ begonnen? Falls ja, machen Sie ruhig weiter. Falls nein, fangen Sie damit an. Wir erklären, warum das Prinzip Hoffnung ein erfolgreiches Konzept ist und wie damit tatsächlich alles gut werden kann.

Text Petra Hauk Fotos Corbis, beigestellt

Feldforschung in eigener Sache liegt mir eigentlich nicht. Aber ich bin jederzeit bereit, alles, was mir passiert, für meinen Job zu verwenden. So wie jetzt gerade. Mein Computer hat nämlich kürzlich den Geist aufgegeben. Kinderfotos – weg. Buchmanu­skript – weg. Steuererklärung – weg.

Mitten im feinsten Nervenzusammen­bruch kam dann einer von diesen sogenannten besten Freunden, klopfte mir auf die Schulter und sagte: „U. a. w. g.“ Wie bitte, um Antwort wird gebeten? Ich kann grad nicht. Ich heule! „Nein“, meint er. „Das steht für: Und alles wird gut.“ Ja, sicher! Bei mir steht das gerade höchstens für „Uhuuuu, also wieder mal gearscht!“.

Und wenn’s einem dann schon einmal schlecht geht, dann fällt einem auch gleich die ganze Latte ein: dass nicht nur das eigene Leben, sondern die Menschheit im Allgemeinen total in den Miesen ist und ganz sicher nicht alles gut wird. Gibt’s nicht an allen Ecken und Enden Flutwellen und Finanzkrisen, Terror und Trauma, Kriege und Klimakastastrophen?­ Die Welt – ist doch wahr! – ist voller Mist. Da braucht man nicht mal Zeitung lesen, sondern nur über die Schulter schauen. Und ein Asteroid mit der Kennziffer 1997 XF11 rast auch auf die Erde zu. In zwanzig Jahren wird er sie nach Murphy’s Law auch treffen.

Und dann traut sich einer und erzählt einem was von Glaube, Liebe, Hoffnung.

„Gott sei Dank traut sich einer“, sagen Sozialpsychologen wie Rick Snyder. Denn ohne Hoffnung geht einfach gar nix. Tatsächlich ist Zuversicht das Fundament, auf dem die Gesellschaft ruht. Ohne sie gäbe es keine Rubbellose, keine Ratgeber­literatur, kein Rouge. Keiner würde eine Diät, Sport oder seinen Job machen, wenn er nicht darauf setzen würde, dass all diese Dinge zu einem positiven Ziel führen. Das Kap der Guten Hoffnung würde auch anders heißen, wenn nicht einer an die verrückte Idee mit dem Seeweg nach Indien geglaubt hätte.

Ob Studium oder Marathon, Trennung oder Krankheit, Elternschaft oder Karriere: Nicht die, die Grips oder Kohle besitzen, bewältigen solche Aufgaben am besten, sondern jene, die Hoffnung haben. Das Geheimnis dahinter heißt: Ziel. Sogenannte High Hopers, wie sie die Psychologie nennt, können sich erreichbare Ziele stecken und sich gleichzeitig motivieren, sie auch zu erreichen. Kommt ein Rückschlag oder ein Hindernis, denken sie nicht: „Mist, wie üblich danebengegangen“, sondern: „ Okay, ist passiert. Was kann ich jetzt tun?“ Oder wie es der Philosoph Ernst Bloch viel schöner gesagt hat: „Hoffnung bedeutet ins Gelingen verliebt sein statt ins Scheitern.“

(...)

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