Alles im grünen Bereich

Lange haftete der Öko-Mode das Image von Jesus-Sandalen und Jute-Zelten an. Seitdem große Labels auch das grüne Gewissen plagt, trägt Mode auch optisch ansprechend seine inneren Werte zur Schau.

Als der Däne Peter Ingwersen 2005 sein Fashionlabel NOIR
mit der Prämisse gründete, Luxusmode zu schneidern, die von außen und innen schön ist, wurde er von vielen Seiten belächelt. Zu utopisch schien die Idee, soziale Verträglichkeit mit Sex-Appeal zu würzen. Heute, fünf Jahre später, steht fest: Die Rechnung geht auf, ein gutes Gewissen steht hoch im Kurs. Das haben auch Moderiesen wie H&M erkannt, die mit umweltgerechten Materialien wie organischer Baumwolle oder Recycling-Polyester werben.

"Make fashion, not war"
Aber nicht nur die großen Modehäuser (zu denen auch Versandhaus Otto gehört) verarbeiten Biobaumwolle, Hanf und Leinen. Auch am obersten Ende der Glamour-Skala ist das ökologische Bewusstsein en vogue: Armani und Hermès üben sich in Greenpeace-Manier genauso wie die britische Designerin Stella McCartney. Die kompromisslose Beatles- Tochter, die in ihren Kollektionen völlig auf Leder verzichtet, scheint den Hippie-Slogan ihrer Eltern-Generation umgetextet zu haben: „Make fashion, not war." Und geht damit als leuchtendes Beispiel voran, denn auch wenn viele Designer auf den grünen Modezug aufgesprungen sind, steht fest: Wo „Öko" draufsteht, muss noch lange nicht „Öko" drinnen sein.

Fairness
Viele Labels werben zwar mittlerweile mit „Biobaumwolle", die Grenzen ökologischer Mode verschwimmen aber zusehends. Denn nicht allein das Material entscheidet über Nachhaltigkeit. Im Spannungsfeld zwischen Produktion und Transport gibt es Punkte, die gern unter den Tisch fallen gelassen werden. Denn neben dem Material geht es auch um fairen Handel und soziale Verantwortung. Erst der ausgewogene Umgang mit allen Komponenten verpasst Mode stilsicher
einen grünen Lorbeerkranz.

Auch Moderiesen wie H&M oder Otto haben organische Baumwolle und Recycling-Polyester für sich entdeckt.

Selbst Designer wie Stella McCartney, Armani und Hermès gehen mit gutem Beispiel voran.

Auch das schwedische Label Gudrun Sjödén mischt nordisches Design mit indischem Umweltschutz.

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