Alles im Fluss

Staut es sich mal wieder auf Ihrer Autobahn, die sich Leben nennt? Dann sollten Sie sich an die Chinesen halten. Die turnen seit 2.500 Jahren kleine Zipperleins und Blockaden einfach weg. Das Zauberwort von TCM-Medizinerin Shi Chun Wen heißt: Meridian-Gymnastik.

Müde Augen, verspannter Nacken, bleierne Antriebslosigkeit? Fahren Sie nicht länger auf Reserve durch Ihren Alltag. Steuern Sie lieber eine Kraft-Tankstelle an, bevor Ihr Motor ganz den Dienst versagt. Eine „Zapfsäule", an der Sie Ihren Tank wieder mit Lebensenergie füllen können, heißt: Meridian-Gymnastik. Um diese Bewegungsmethode zur Selbstenergetisierung zu nutzen, müssen Sie nicht mal Ihre eigenen vier Wände verlassen. Denn im Gegensatz zu „Fremdbehandlungstechniken" wie etwa Akupunktur oder Shiatsu, bringen Sie Ihr Qi mit diesem Asia-Workout einfach selbst wieder zum Fließen - durch sanftes Klopfen, Massieren und Bewegen.

Asia-Workout.

Okay, einmal müssen Sie doch noch raus: um die Energie-Übungen zu erlernen, etwa von Shi Chun Wen. Die in Wien lebende TCM-Medizinerin hat sich zum Ziel gesetzt, die in Österreich noch recht unbekannte Heilgymnastik aus dem Reich der Mitte populär zu machen. In ihrem Kurs TCM 1-2-3 Meridianbewegung lehrt sie das Know-how.

Sanft, aber effektiv.

„Die Asiaten halten sich seit Jahrhunderten mit Meridian-Gymnastik fit und lindern ihre Beschwerden", weiß Dr. Wen. Die Therapie kann etwa gegen migräneartige Kopfschmerzen, Allergien, Depressionen, Übergewicht, chronische Erkältungen oder Rückenschmerzen eingesetzt werden. Mittlerweile belegen zahlreiche Studien die Wirksamkeit des sanften blockadenlösenden Asia-Workouts. Sicher, 40 Grad Fieber oder einen Tumor heilen kann es nicht. Da muss schon die Schulmedizin ran. „Die Meridiangymnastik kann aber unterstützend wirken - und vorbeugen", erklärt die TCM-Medizinerin.

Wichtig bei allen Anwendungen: „Die Übungen können nur helfen, wenn sie exakt - und regelmäßig - ausgeführt werden." Auch die richtige Atmung spiele eine große Rolle. Doch „die Technik ist für jedermann geeignet und leicht zu lernen." Tatsächlich klingt es fast simpel, was Dr. Wen etwa müden Geistern als SOS-Übung empfiehlt: „Kämmen Sie sich mit den Fingern durch die Haare, indem Sie von der Stirn über den Schädel bis zum Nacken streichen. Prickelt es angenehm, vielleicht sogar schon bei der Vorstellung? Perfekt! Sie haben sich soeben nicht nur ,energetisiert‘, sondern auch gleich Ihre Immunabwehr gestärkt." Und diese Blitz-Massage ist nur eine von dutzenden heilenden Übungen, die so alt sind wie die TCM selbst - mehr als 2.500 Jahre.



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Gesunde Bewegung
In Dr. Wens Kurs TCM 1-2-3 Meridianbewegung lernen Sie, sich selbst zu energetisieren.

Kursziel: gesund bleiben und werden mit der Meridian-Gymnastik – in Theorie und Praxis. Sie lernen jahrtausendealte Praktiken der TCM kennen und anwenden.


Ort: Lange Gasse 47, Wien 8


Anmeldung: 0664/543 12 86

Meridian Frei

„Krankheiten heilen heißt bei uns: Meridiane heilen", bringt Dr. Wen, die in Schanghai studiert hat, das Konzept auf den Punkt. In den Meridianen fließt die lebenspendende Energie, das Qi (ausgesprochen „Dschi"). Nach Ansicht der TCM sind sie so etwas wie „Autobahnen", die sich wie ein gigantisches Straßennetz durch unseren Körper ziehen - von den Finger- und Zehenspitzen aus schlängeln sie sich durch Arme und Beine, führen über Rücken und Rumpf bis in den Kopf. Jeder Meridian wird einem bestimmten Organ zugeschrieben. Kommt es nun auf einer der zwölf Hauptstraßen zu einer Blockade, kann die Energie nicht mehr richtig fließen, das dazugehörige Organ wird geschwächt, man erkrankt. „Das geschieht, wenn wir dauerhaft mehr Energie verbrauchen, als wir auftanken, oft kalt essen oder trinken und zu wenig schlafen", so die Expertin.

Übung für Montagmorgen

In ihren Kursen lehrt Dr. Wen, wie man verhindert, dass die Energieampel auf Rot umspringt. Jede Stunde bei ihr beginnt mit sanftem Abklopfen der Arme und Beine. Diese Übung, von ihr auch „Montagmorgen-Training" genannt, bringt den Blutkreislauf spürbar auf Touren, die Muskeln lockern sich, die Gelenke werden beweglicher, das Atmen fällt leichter. Gleichzeitig beginnen sich bestehende Energieblockaden aufzulösen - „das verlängert das Leben und beugt frühzeitigem Altern vor".

In ihrem Unterricht versucht Dr. Wen auch, die Zusammenhänge zwischen bestimmten Meridian-„Staus" und Krankheiten zu erklären: Bei Depressionen etwa sind der Leber- und Lungenmeridian verstopft und müssen aktiviert werden. „Sie verlaufen beide über der Brust. Die Patienten spüren eine Enge in dieser Region." Bestimmte Dehnungen oder Körperdrehungen aktivieren die Bahnen und hellen die Stimmung merklich auf.

(Selbst-)Hilfe.

Meridian-Gymnastik ist immer gezielte Bewegung. „Ich empfehle meinen Patienten nicht, wie so mancher Schulmediziner, irgendeinen Sport zu machen, um gesund zu werden oder zu bleiben. Nicht jede Bewegungsart ist für jeden geeignet. Schwimmen z. B. kann bei Bluthochdruck schädlich sein", so Dr. Wen. „Ich gebe den Patienten konkrete Übungen mit, die für ihr Problem nützlich sind." Der größte Erfolg für die Ärztin? „Wenn ich Klienten möglichst lange nicht sehe", weil die ihre Beschwerden allein in den Griff bekommen haben, „und ihre Lebensenergie selbst am Fließen halten."

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