Allergieprävention

... und damit können Sie schon am Tag der Geburt beginnen: Die wichtigs­ten Maßnahmen zur Allergieprävention werden nämlich in den ersten Lebensmonaten gesetzt und bleiben vielleicht für immer.


Weißes Gold

Allergien sind häufig Familiensache. Sie plagt regelmäßig der Heuschnupfen? Ihr Liebster kriegt juckende Hautpusteln, sobald er Tomaten isst? Je mehr Familienmitglieder an Allergien leiden, desto größer ist die Gefahr, dass es auch Ihren Nachwuchs trifft. Was tun? Studien haben gezeigt, dass sich das Allergie-Risiko senken lässt, wenn Sie Ihrem Baby die Brust geben. Nichts schützt so gut wie Muttermilch. Sie reicht in den ersten sechs Monaten als Nahrung völlig aus. Sollten Sie aus me­dizinischen Gründen nicht stillen können: Für allergiegefährdete Kinder gibt es spezielle hypoallergene Fertig-Milch. Geben Sie auf der Entbindungsstation rechtzeitig Bescheid, damit genau diese ins Fläschchen kommt.

Allergiesymptome

In der Regel wird nach dem sechsten Lebensmonat damit begonnen, zur (Mutter-)Milch leichte Beikost zuzufüttern. Ihr Baby ist nun besonders anfällig dafür, Lebensmittelallergien zu entwickeln - weiß Ernährungs­wissenschafterin Ingeborg Hanreich. Aber wie erkennt man eine solche überhaupt? Hinweise geben Blähungen, Durchfall, Erbrechen, Hautekzeme oder juckende, rote Ausschläge. Übrigens: Allergische Reaktionen müssen nicht sofort auftreten - oft zeigen sich die Symptome erst 72 Stunden nach der Mahlzeit. Führen Sie eine Woche lang ein Esstage­buch. Listen Sie darin penibel auf, was Ihr Nachwuchs zu sich genommen hat und wie es ihm bekommen ist. Das hilft dem Kinderarzt, die Ursache von ungewöhnlichen Reaktionen schnell heraus­zufinden.

Zeit, zu löffeln!

Die Stillphase dauert idealerweise mindestens ein Jahr und begleitet die ersten Löffelversuche. Letztere haben System. Die Faustregel: Pro Monat wird eine neue Breikostmahlzeit eingeführt. Ein Mix aus Bananen, Birnen und Äpfeln etwa. Ist Ihr Kind besonders allergiegefährdet, empfiehlt es sich, nur einzelne Lebensmittel zu füttern. Probieren Sie in Woche 1 der Löffellphase Apfel aus. In der folgenden Woche dann etwa Karotte. So erkennen Sie, wie Ihr Baby auf einzelne Nahrungsmittel reagiert. Ausführliche Beikosttpläne finden sich im Ratgeberbuch Essen und Trinken im Säuglingsalter von Ingeborg Hanreich und Ehrentraud Hansen (Verlag I. Hanreich).

Weitere Tipps lesen Sie auf Seite 2 ...

Rezepte und Tipps für Babys Beikost
von Ingeborg Hanreich und Britta Macho
Hanreich, I. Verlag

Unser Baby hat Neurodermitis - wir schaffen das!
von Friederike Kuppe
Pala- Verlag GmbH

Brei-Kunde

Je einfacher, desto gesünder: Ist Ihr Baby allergiegefährdet, sollten nicht mehr als vier Zutaten (exklusive Öl oder Saft) unter den Pürierstab kommen.

Regel 2: Neue Lebensmittel immer zuerst in gekochtem Zustand füttern! Sie sind so leichter verrträglich. Erst um den ersten Geburtstag herum sollten Babys bei Familienmahlzeiten mitnaschen. Bis dahin empfiehlt sich, auf tierische Milchprodukte und Hühnereier zu verzichten. Häufige Allergieauslöser sind weiters Soja, Weizen, Fisch und Nüsse. Die beiden letzteren sind auch im zweiten Lebensjahr noch zu meiden. Die Einführung von Weizen lässt sich hinauszögern, indem man erst Reis, später Hirse und danach Hafer verwendet. Alle drei Getreide gibt es im Reformhaus in Flockenform, sie lassen sich leicht unter Mahlzeiten mischen.

Über den Tellerrand ...

Nicht nur in puncto Ernährung heißt es, Vorsicht walten zu lassen - auch an Babys Haut sollten Sie nur das Beste lassen: klares Wasser. Auf Pflegeprodukte können Sie getrost verzichten. Oft schaden sie mehr, als sie nutzen, da sie Allergieauslöser wie Milch beinhalten können. Außerdem wichtig: Für Babykleidung immer wenigWaschpulver benutzen und es anschließend einem Extra-Spülgang unterziehen. Ein Esslöffel Essig im letzten Waschgang hat den selben Effekt wie ein Weichspüler - ist aber wesentlich hautschonender.Regel 3 zur Allergieprävention: ein rauchfreies Umfeld sowie Holzparkett statt Teppichböden (Hausstaubmilbe!). Und: Stofftiere regelmäßig reinigen!

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