Afrikas erste Präsidentin verbannt Genitalverstümmelung

Ellen Johnson Sirleaf ging als erste weibliche Präsidentin eines afrikanisches Landes in die Geschichte ein. Eine ihrer letzten Handlungen: Genitalverstümmelung verbieten.

12 historische Jahre war sie an der Spitze Liberias: Ellen Johnson Sirleaf. Sie geht als erste Präsidentin eines afrikanischen Landes in die Geschichte ein. Und am letzten Tag im Amt hat sie eine wichtige Entscheidung getroffen: Genitalverstümmelung zu verbieten.

Der Gesetzentwurf gegen häusliche Gewalt beinhaltet verschiedene Formen der Gewalt gegen Frauen, einschließlich der viel diskutierten Genitalverstümmelung. Zuvor wurde diese vom Senat aus dem Entwurf gestrichen, um "die Traditionen Liberias" zu bewahren.

Doch Johnson Sirleaf war das nicht genug: sie unterzeichnete am letzten Tag im Amt eine Verfügung, um Genitalverstümmelung wieder in das Anti-Gewalt-Gesetz aufzunehmen, wie "Africa News" berichtet.

Frauen an der Spitze der Friedensbewegung

Vor ihrer ersten Amtszeit ging Liberia durch einen 14-jährigen gewaltvollen Krieg. Es waren schließlich tausende Frauen, die 2003 eine Friedensbewegung starteten, um den Krieg zu beenden. Die mutigen Frauen initiierten Protestgesänge, öffentliche Gebete und tägliche Sit-ins. Und sie bedrohten den damaligen Präsidenten Charles Taylor, damit der Krieg beendet wird. Diese Frauen waren es auch, die Sirleaf ins Amt hoben. Die Aktivistin Leymah Gbowee, die gemeinsam mit Präsidentin Sirleaf 2011 den Friedensnobelpreis erhielt, war eine der Schlüsselfiguren der Friedensbewegung.

Die Präsidentin ist jedoch nicht unumstritten. Gegenüber der "CNN" sagt die Aktivistin Gbowee: "Sirleaf hat sich in 12 Jahren Amtszeit nicht wirklich auf Frauen fokussiert." Auch Korruptionsvorwürfe gegen die ehemalige Präsidentin stehen im Raum. Ebenso unter Kritik steht ihre Verteidigung der Strafverfolgung Homosexueller in Liberia.

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