Africa Amini Alama

„Afrika, du hast mein Vertrauen“, ist der Grundgedanke des Projektes Africa Amini Alama, das die Österreicherin Christine Wallner vor wenigen Jahren in Tansania ins Leben gerufen hat. Zusammen mit ihrer Tochter Cornelia Wallner-Frisee konnte sie seitdem zahlreiche medizinische und soziale Projekte umsetzen. Wir haben Cornelia Wallner-Frisee zum Interview gebeten.

Wie entstand das gemeinnützige Projekt Africa Amini Alama und welche Visionen stehen dahinter?
Cornelia Wallner-Frisee: Vor 3,5 Jahren kam meine Mutter des öfteren in diese Gegend und wurde von den Bewohnern des Dorfes angesprochen, ob sie ihnen nicht helfen könnte, die schwierige gesundheitliche Situation mit kaum vorhandenen Medikamenten und ärztlicher Versorgung zu verbessern. Im Mai 2010 wurde die Krankenstation eröffnet und ich beschloss, auch hierher zu ziehen, um das Projekt mit aufzubauen.

Unsere Vision war und ist es, mit den Menschen hier zu leben, um ihnen zu helfen in die Selbstverantwortung zu kommen, den wirklichen Bedarf an Hilfe besser abschätzen zu können, helfen die Projekte aufzubauen, jedoch immer mit einem für das Projekt verantwortlichen Afrikaner. Somit entstanden bisher viele Projekte, die jeweils dort helfen, wo es am dringendsten notwendig ist. Immer in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den verantwortlichen staatlichen Behörden.

Africa Amini Alama

Christine Wallner (links) und Cornelia Wallner-Frisee bei der Eröffnung der Masaai Vision English Medium Academy

Meine Mutter und ich leben vor Ort, um sich ins wirkliche Leben hier einzulassen und zu erkennen, wo mit geringst möglichen Mitteln am effizientesten geholfen werden kann. Zugleich wollen wir den Menschen hier im nächsten Schritt helfen, um wieder Kraft und Selbstvertrauen zu bekommen.

So entstanden nicht nur Projekte im medizinischen Bereich, sondern auch Schulen (englischsprachige Grundschule, eine Schule für junge Lehrlinge aus armen Verhältnissen, eine soziale Sportschule, eine Ausbildungseinrichtung für Schneiderinnen und eine Computerschule) und Sozialprojekte wie ein Waisenhaus für über 40 Kinder sowie die Unterstützung von vielen Familien in Not.

Africa Amini Alama

Welche Meilensteine waren die bislang wichtigsten?
Einer der wichtigsten Meilensteine war zu sehen, wie sehr wir von der Gemeinde und den lokalen Behörden bei schwierigen Situationen, die es hier in Afrika immer wieder gibt, unterstützt werden. Die Menschen hier haben verstanden, dass Africa amini ihr Projekt ist und wir nur die notwendige Hilfestellung geben, Eigenverantwortung fördern und den Menschen helfen, Mut zu entwickeln, um für ihre gute Sache zu kämpfen, anstatt nur die Hand aufzuhalten und zu glauben, dass die Hilfe von außen kommt. Menschen hier zu ermutigen, mit den Hilfen, die man ihnen in die Hand gibt und dann selbständig weiter zu gehen, ist ein langfristiger Prozess und erfordert, sich wirklich einzulassen und mit ihnen leben. Doch umso schöner ist es, wenn in schwierigen Situationen, die es tatsächlich gab, viele, viele Patienten, Familien, Menschen aus einem großen Einzugsgebiet für die Sache kämpfen...

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Africa Amini Alama
Africa Amini Alama
Spendenkonto
518 4603 1508
BLZ 12000
Iban AT 14 1200 0518 4603 1508
Bic BKAUATWW

Kennwort: Medikamentenspende
Kennwort: Krankentransportauto
Kennwort: Pipes für Maroroni

Heute werden viele verschiedene Projekte verwirklicht. Können Sie uns ein Beispiel für ein bereits umgesetztes Projekt nennen, das Ihnen besonders am Herzen lag?
Als Ärztin würde man vielleicht denken, dass mir die Krankenstation am wichtigsten ist... Das ist sie in Wirklichkeit auch, doch eine Herzenssache ist mir die Schule im Maasaigebiet, wo Maasaikinder, die bis vor kurzem noch Ziegen hüteten, jetzt in eine englischsprachige Schule gehen dürfen. In nur einem Jahr haben wir vier Klassen eröffnet mit wissensdurstigen, aufnahmefähigen, lernwilligen Kindern die jeden Tag in der Schule genießen, dort eine warme Mittagsmahlzeit bekommen (für manche die einzige am Tag) und es kaum erwarten können, wenn am nächsten Tag die Schule wieder beginnt.


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Welche (neuen) Projekte sind im Moment besonders dringlich?
Derzeit ist der Betrieb der Krankenstation oder besser gesagt, des neuen Health Centers, welches gerade entsteht, am vordergründigsten. Es bedarf sowohl meiner vollen Aufmerksamkeit vor Ort als auch finanzieller Mittel. Denn viele, viele Maasai aus einem großen Einzugsgebiet haben hier die Möglichkeit, kostenlose Behandlungen zu bekommen und können somit ihre Kinder ohne Zustimmung der Väter behandeln lassen. Leider hören wir hier allzu oft, dass Frauen und Kinder viel zu spät ins Krankenhaus gebracht werden, weil sie in der Gesellschaft kaum einen Stellenwert haben und finanziell nicht die Möglichkeit haben, die Behandlungskosten selbst zu zahlen. Wir brauchen Spenden, um dringend notwendige Medikamente kaufen zu können und sammeln für ein Krankentransportauto, mit dem wir selbst zu den Dörfern fahren können oder Patienten wenn notwendig in ein weit entfernt gelegenes Spital zu bringen.


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Wie kann das Projekt unterstützt werden?
Finanzielle Hilfe wird dringend für die Krankenstation benötigt, um notwendige Medikamente kaufen zu können sowie für ein Wasserprojekt, eine Pipeline, die über 3.000 Menschen erstmalig mit Trinkwasser versorgen würde. Dieses Projekt ist derzeit ganz besonders akut, denn die nächste Trockenzeit steht vor der Türe und die Regenfälle in jener Gegend sind leider in der diesjährigen Regenzeit viel zu kurz ausgefallen. Die Menschen graben selbst, wir würden ihnen so gerne die dringend notwendigen Pipes beschaffen. (Anm.: Informationen zum Spendenkonto finden Sie in der Infoxbox links).

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