ADS bei Erwachsenen

ADS oder auch ADHS ist eine Krankheit, die man automatisch mit hyperaktiven Kindern verbindet, die unermüdlich im Kreis rennen oder um sich schlagen. Was viele nicht wissen: Auch Erwachsene sind von der Krankheit betroffen. Wir verraten dazu die wichtigsten Informationen.

ADS ist die Kurzform für eine neurobiologische Störung, welche vor allem mit den Informations-Verarbeitungs-Prozessen im Gehirn zu tun hat. Bei Kindern werden die Auswirkung von ADS oder auch ADHS, wenn Hyperaktivität ein Thema ist, mittlerweile intensiver beobachtet und behandelt als es noch vor einigen Jahren der Fall war. Therapien, Medikamente und Arbeitspläne wurden entwickelt, um den Kindern die Bewältigung des Alltags zu erleichtern.

Doch die Behandlung von ADS bei Erwachsenen steckt noch immer in den Kinderschuhen. Das liegt vor allem daran, dass man lange Zeit glaubte, diese Störung würde sich im Laufe der Pubertät "verwachsen". Doch dies ist nicht der Fall. Vielmehr sind die Symptome bei Erwachsenen nicht bei allen Betroffenen gleich stark vertreten und unterscheiden sich in der Auswirkung.

Die 12 wichtigsten Symptome

  • Unaufmerksam und ablenkbar
  • Hyperaktiv und/oder verträumt
  • Impulsiv
  • Vergesslich und schlechtes Kurzzeitgedächtnis
  • Wirkt zerstreut und chaotisch
  • Kommunikation und soziale Kontakte oft schwierig
  • Wirkt eigensinnig/eigenbrötlerisch
  • Sehr motivationsgesteuert
  • Selbstwertgefühl im Keller
  • Stimmungslabil: Berg- und Talfahrten der Emotionen
  • Mangelnde Leistung in Relation zu den Möglichkeiten/Fähigkeiten
  • Arbeitsverhalten lässt zu wünschen übrig

Der Verlauf der Erkrankung vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter ist durch einen Symptomwandel gekennzeichnet. Während im Volksschulalter Schulleistungsstörungen, Unruhe und Ablenkbarkeit vorrangig sind, sich im Jugendalter eine Aufmerksamkeitsstörung bildet mit aggressiv-dissozialem Verhalten und Alkohol- und Drogenmissbrauch, sind im Erwachsenenalter Organisationsdefizite, eine antisoziale Persönlichkeit und ein geringer Beschäftigungsstatus eher das Problem.

Diagnose

Die Diagnose kann nicht in 5 Minuten erstellt werden, sondern setzt sich aus vielen Puzzle Stücken zusammen, die ein Fachmann erst nach mehreren Gesprächssitzungen zusammen finden kann. Das tückische an ADS ist dabei, dass ADS-Symptome sehr alltäglich sind. Jeder kennt mehr oder weniger viele dieser Symptome - der Unterschied: Bei ADS'lern ziehen sich die Symptome wie ein rotes Band durch ihr Leben, seit der Kindheit bis ins Erwachsenenalter. Und sie verursachen erhebliche persönliche und berufliche Einschränkungen.

Sinnvoll ist es für jeden ADS Betroffenen und seine Angehörigen, sich professionelle Hilfe zu suchen. So wird man über seine Krankheit aufgeklärt und kann in Gesprächen die Stärken und Schwächen analysieren. Aufbauend auf den Stärken wird das Selbstvertrauen gefestigt. Erfahrene Ärzte kommen möglicherweise der Ursache auf die Spur und können in schweren Fällen eine medikamentöse Behandlung einleiten. Auch in allen anderen Fällen geben Ärzte und Therapeuten Empfehlungen, wie man mit ADS im Alltag besser zurecht kommt. Viele Erwachsene können dadurch ihren Tagesablauf leichter strukturieren und ihre Probleme einfacher in den Griff bekommen, wenn sie die Möglichkeiten kennen, die ihnen das ADS bietet.

ADS Typen
1) Der vorwiegend hyperaktive-impulsive Zappelphilipp, ein ADS'ler mit Hyperaktivität (ADS+H oder ADHS)
2) Der vorwiegend unaufmerksame Träumer, ein ADS'ler mit Hypoaktivität (ADS-H oder ADS)
3) Der kombinierte Typ

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