Adele: "Ich war früher body positive und bin es heute genauso"

In einem Interview mit Oprah Winfrey spricht die Sängerin darüber, was die zahlreichen Kommentare zu ihrem Äußeren mit ihr machen - und erklärt, warum sie kein Vorbild für andere sein will.

Adele body positive

Sängerin Adele hat in ihrer Karriere mittlerweile so ziemlich alles erreicht, was man erreichen kann. Der Wirbel um sie und ihre Musik ist (zurecht) groß, leider bleibt auch die Aufregung rund um das Äußere der Britin nicht aus. Im Gegenteil: Seit die 33-Jährige im vergangenen Jahr abgenommen und sich dadurch äußerlich verändert hat, sind Zeitschriften und Kommentarspalten in den sozialen Medien voll von Äußerungen und Meinungen zum Aussehen der Sängerin (wir berichteten).

Wie es ihr damit geht, besprach Adele kürzlich in einem Interview mit Talkshow-Legende Oprah Winfrey.

"Ich bin immer entweder zu dick oder zu dünn"

Im Zuge des Adele One Night Only Special plauderte Adele mit Oprah Winfrey über ihre Karriere sowie die Aufmerksamkeit, die ihr Gewichtsverlust im vergangenen Jahr auf sich zog. "Ich bin nicht schockiert oder beunruhigt, denn mein Körper wurde meine gesamte Karriere über objektiviert ... ich bin immer entweder zu dick oder zu dünn", sagte sie, "ich bin entweder attraktiv oder eben nicht", so die Sängerin. Die Kommentare und das große Interesse an ihrem Äußeren hätten aber nichts daran geändert, wie sie sich selbst und ihren Körper wahrnimmt.

Gleichzeitig wolle sie klarstellen, dass es nicht ihre Aufgabe sei, andere in ihren Gefühlen zu ihrem eigenen Körper zu bestätigen und als Vorbild herzuhalten. "Ich war früher body positive und bin es heute genauso", sagt sie. "Ich fühle mich schlecht, wenn jemand sich unwohl in seinem Körper fühlt, aber trotzdem ist es nicht meine Aufgabe, das zu ändern. Ich versuche schon, mein eigenes Leben in den Griff zu bekommen".

Immer noch die gleiche Person

In einem Interview mit der Vogue für die November-Titelgeschichte äußerte sich die Künstlerin ebenfalls zu den Kommentaren von Fans und Medien zu ihrem Aussehen und ihrem Gewichtsverlust. Was Adele am meisten zusetzen würde, seien die Kommentare, die sie von anderen Frauen zu hören bekommt. "Die Gespräche, die mich am meisten verletzen, werden von anderen Frauen über meinen Körper geführt. Darüber bin ich verdammt enttäuscht. Das verletzt meine Gefühle", erklärte die Sängerin. "Ich verstehe, warum einige Frauen besonders verletzt waren. Optisch habe ich eine Menge Frauen repräsentiert", räumte Adele ein. "Aber ich bin immer noch die gleiche Person."

Woher stammt diese Obsession mit Gewichtsverlust?

Gesellschaftlich betrachtet geht mit einem Gewichtsverlust auch immer ein Wertzuwachs einher. Das ist das Resultat unserer lookistischen Gesellschaft, in der dünne, normschöne Menschen nachweislich weniger unter gesellschaftlichen Strukturen leiden als dicke Menschen (>>> mehr dazu hier!). Der Gewichtsverlust einer prominenten Person werde medial daher kaum neutral betrachtet, weil immer impliziert wird: Vorher warst du nicht gut genug, jetzt schon.

Bis Künstler*innen in der Öffentlichkeit sowie Frauen in unserer Gesellschaft allgemein nicht mehr nur auf ihr Äußeres reduziert werden und Gewichtsabnahme als ihr größter Erfolg gewertet wird, braucht es wohl noch eine Weile und einiges an Aufklärungsarbeit.

 

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