Acht Dinge, die Kellner in Schanigärten einfach hassen

Das schöne Wetter lockt dich in einen der zahlreichen Gastgärten Wiens? Wie schön! Die Kellnerinnen und Kellner des Landes freut es, so lange ihr keinen Punkt dieser Liste befolgt.

Knapp zehn Jahre lang habe ich den Sommer mehr oder weniger gehasst. Es waren jene Jahre, die ich mehrheitlich in 50 Grad heißen Küchen (zwei Jahre) und in elendsgroßen Gastgärten (acht Jahre) verbracht habe. Zum Teil wegen der Kohle, zum Teil wegen schulischen Praktikumsstellen nannte ich die Gastronomie meine Heimat.

Eine Heimat, die mich am Ende verbittert zurückließ. Nicht wegen Kollegen oder Arbeitsumständen. Es waren die Gäste. Nicht die Menschen per se, sondern Kleinigkeiten, die alle in Gastgärten machen. Dinge, die Menschen, die nie was mit Gastronomie am Hut hatten, nicht mal auffallen, Kellnerinnen und Kellner aber dazu bringen, den gesunden Menschenverstand zu hinterfragen. Was das in meinem Fall alles war, lest hier hier:

1. "Gst", Schnippen, Pfeifen oder "He" als Aufforderung

Glaubt man nicht, aber in richtig großen Gastgärten sind das nach wie vor gängige Methoden, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Wer sich im Hochsommer mit einem freundlichen "Entschuldigung" meldet, kann schon mal einen ungläubigen Blick des Servicepersonals ernten.

2. Gäste, die ihre Bestellung vergessen und ignorieren

Schon klar, oft trifft man im Wirtshaus jemanden, den man entweder länger nicht gesehen hat, mit dem man ohnehin viel zu bequatschen hat oder gratulieren will. Die Bestellung wird schnell zur Nebensache. Wenn du als Kellner aber fünf Minuten am Tisch stehst, weil der große Apfelsaft gespritzt plötzlich niemanden mehr gehört, nervt das und kostet allen Beteiligten Zeit. Geht das auf die Essensbestellung über, wird es mitunter schmerzhaft: Teller sind schwer und heiß - die Unterhaltung der Gäste nicht.

3. Hey, bestellen wir doch hintereinander - NOT

So mancher Unkonzentriertheit ist es auch geschuldet, wenn die Bestellungen hintereinander statt gleichzeitig kommen. Nicht falsch verstehen: Unterschiedliche Ankunft, Toilettenbesuche etc - alles okay. Aber bei der Bestellung ruhig dasitzen und zwei Minuten später draufkommen, dass der eigene weiße Spritzer jetzt eigentlich auch leer ist - das sind 0/10 Punkten auf der Beliebtheitsskala."

4. Aschenbecher sind Aschenbecher und sonst nichts

Aschenbecher sind keine Aufbewahrungsstellen für zerbrochene Zahnstocher, Taschentücher, abgezogene Bieretiketten, Kaugummis (!), Essensreste, die Zitrone aus dem Spritzer oder - meinem persönlichen Highlight - der Windel.

5. Ein Gastgarten ist kein Spielplatz

Ein Gastgarten ist ein Ort zum Wohlfühlen - auch für Kinder. Die Möglichkeiten, etwas zu entdecken sind vielfältig, überhaupt wenn es keinen Spielplatz gibt. Aber: Kinder, meistens mit gleichaltrigen Kollegen im Höllentempo unterwegs, sind wie unberechenbare Hindernisse, denen es oft schnurzpieps egal ist, dass sie auf einen Kellner mit drei heißen Fritattensuppen auf den Händen zusteuern. Der Kellner bremst, die Suppe rinnt auf den Arm, das Kind lacht - wie leiwand.

6. Es gibt unglaublich viele schlechte Witze und Fragen

Eine Auswahl an Fragen, die mir Gäste mit ernster Miene gestellt haben:

  • "Ist euer Wein gut?" (an mich, den Kellner eines Heurigen)
  • "Ist euer Most gut?" (an mich, den Kellner einer Mostschenke)
  • Generell: "Ist das gut?" (an mich, den Kellner der Gaststätte)

Ebenfalls beliebt: Gerichte, die es auf der Karte nicht gibt und der Fantasie des Gastes entspringen ("Ein Schweinsbraten ohne Fleisch, nur mit Beilagen und der Sauce bitte!"). Diese Liste lässt sich lange fortführen und ist mit Witzen erweiterbar, die eigentlich niemand mehr lustig findet.

  • "Und was bekommen die anderen?!" - Gast XY, als die Grillplatte für vier vor den vier Gästen aufgebaut wird und er mit diesem Schenkelklopfer seinen großen Hunger ankündigt.
  • "Sie möchten zahlen?" Gast: "Ich möchte nicht, aber ich muss"
  • Gast zählt Geld: "Schaun ma, ob es sich ausgeht, sonst muss ich wohl in die Küche Tellerwaschen"

Vorzugsweise werden Witze beim Kassieren erzählt, genau dann, wenn sich das Servicepersonal nicht auf den unnötigen Lacher, sondern auf die Richtigkeit der Rechnung konzentrieren soll.

7. Ist ein Tisch reserviert, ist er das nicht umsonst

Wer sich auf einen reservierten Tisch sitzt ohne zu fragen, hat eine der Grundregeln in Gastgärten nicht verstanden. Klar, wer reserviert, hat manchmal die schöneren, schattigeren Plätzchen. Aber tja, genau deshalb reserviert man eigentlich. Diskussionen die mit den Worten: "Die können sich ja wo anders hinsetzen" starten, sind für Servicepersonal höchstens eine Meditationsübung.

8. Es ist nicht logisch, sich zu zweit auf einen riesigen Tisch zu sitzen

Solltet ihr in einem Gastgarten auf jedem Tisch eine Reservierungsschild sehen, kommt das nicht von irgendwo. Denn: Menschen neigen dazu, sich in Gastgärten zu große Tische zu schnappen. Klar, sind wir zu zweit ist es schön, sich auf einen Tisch für vier den Platz für Handtasche, Handy, Getränk, Jacke, Sonnenbrille und Co zu gönnen. Für das Restaurant ist es aber - wenig überraschend - nicht wirtschaftlich, wenn ihr zu zweit einen riesigen Tisch blockiert. Dabei verlieren alle.

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