Absatz-schwierigkeiten

Beauty-Director Martina Parker schreibt monatlich in der WIENERIN über Beauty- und Mode-Fallen. Diesmal schreibt sie über hohe Hacken und lifestyleorientierte Einbrecher.

"Gott hat mich 172 cm groß erschaffen, aber Christian Louboutin macht mich 185 cm!" Mit diesen Worten zückte ich in New York meine Kreditkarte, schluckte dann heftig, weil ich wieder mal vergessen hatte, dass die (in diesem Fall nicht unbeträchtliche) Steuer erst an der Kasse dazuaddiert wird und stöckelte wenig später mit den teuersten High Heels meines Lebens von dannen. Allein die 500 Meter zurück zum Hotel wurden zur Tortur. Schon im ersten Drugstore mussten Blasenpflaster und Ballenpolster erworben werden. Ich hätte zusätzlich noch Botox für die Fußsohlen vertragen können!

Aber die Dinger mussten für einen zollbehördenaffinen Used Look halt eingetragen werden. Jede Frau, die schon mal auf US- (Shopping-) Reisen war, weiß sicher, was ich meine.

Die Louboutins waren jedenfalls eindeutig „Rein ins Taxi, rauf auf den Barhocker, dort ein bisschen die rote Sohle flashen lassen und wieder zurück ins Taxi"-Schuhe. Blöd nur, dass mein Leben anders spielt. Die Louboutins landeten also im roten Säckchen im Schrank. Dort wären sie noch heute, wäre nicht bei T. eingebrochen worden. Der (eindeutig weibliche) Dieb ließ TV- und DVD-Player da und stahl Nespresso-Kapseln, YSL-Nagellacke und Designermode. Seitdem nehme ich meine Schuhe öfters mit ins Büro und trage sie dann dort. Teppichböden und kurze Wege sind perfekt für Louboutins. Und da der wahre Wert von Mode sich aus „Kaufpreis dividiert durch die Anzahl der Tage, an denen man das Stück trägt" berechnet, rentieren sich die Dinger endlich!

„Parfum ist wie die Liebe. Ein bisschen ist nie genug.“

ESTÉE LAUDER (1906–2004), KOSMETIK-UNTERNEHMERIN

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