Abnehmen ohne Diät

Jede Frau kennt sie, die meisten haben eine gemacht: Eine Diät. Oder aus Sicht der findigen Marketingspezialisten: Die Diät. Täglich wird Frauen suggeriert, dass sie sich schlank essen können, sogar Bewegung vermeiden können, wenn sie zum richtigen Produkt greifen. Doch was ist dran, fragt Coach Christophe Sauseng.

Meistens bedeutet eine Diät einen Verzicht auf Gutes, schlechte Laune und maximal kurzfristiges Erreichen von Wunschgewicht oder Traumfigur. Beides Reizthemen, werden diese ja entweder von dubiosen Formeln abgeleitet (BMI) oder aber von der Medienindustrie vorgegeben, ohne die „Karten richtig auf den Tisch zu legen“ - man denke an die Möglichkeiten von Photoshop.

Heute analysiere ich für Sie, wieso Bewegung und Training einer Diät immer überlegen ist.

Da Diäten meist eine radikale Umstellungen bisheriger Gewohnheiten sind, können sie nur kurzfristig wirken. Nach einer ersten Euphorie kommt die Gewohnheit, dann die ersten Übertretungen und wenn man überhaupt erfolgreich abgenommen hat, dauert es meist nicht lange, bis die Disziplin endgültig ein Ende findet.

Warum Diäten immer scheitern

Diäten sind oft eine Jahrzehnte lange Aneinanderreihung kurzfristiger Maßnahmen, die keinen langfristigen Erfolg bringen. Wenn Sie Diäterfahrung haben, zählen Sie doch bitte die Wochen, Monate und Jahre zusammen, die Sie auf gutes Essen verzichtet haben. Wie groß ist der Zeitraum? Und: Wären Sie bereit gleich lange auf Sex zu verzichten? Wohlgemerkt: Nur um ein Wunschgewicht zu erreichen, ohne einen anderen Nutzen wie zum Beispiel Lebensfreude, Wohlbefinden ganz zu schweigen von echter Fitness.


Die meisten Diäten führen allen Versprechungen zumtrotz, dazu dass man hungert. Besonders im Trend: Kohlenhydrate weglassen. Jedes Gramm Kohlenhydrate bindet 3 Gramm Wasser an sich. Da unser Körper etwa 600 Gramm Kohlenhydrate in Leber und Muskulatur speichern kann, lässt sich schnell ein vermeintlicher Erfolg an der Waage ablesen. Die ersten 2-3 Kilo sind schnell mal weg, oder?

Dabei spielt der Mangel an Glukose, auf die unser Gehirn angewiesen ist, zu schlechter Konzentration und übler Laune. Diese Diäten argumentieren mit einer Anpassung des Körpers, die ein paar Monate dauert, bis der Körper lernt, seine notwendige Energie aus den Fetten zu ziehen. Für mich persönlich ist diese Diät eher unter Lifestyle einzuordnen und sie ignoriert, dass Essen mehr als Nahrungsaufnahme ist; nämlich Genuss, Kultur und soziales Beisammensein.

In 10 Wochen fit bis zur Bikinisaison mit diesen Themen.

Woche 1: Warum Laufen Sie fitter macht als Radfahren

Woche 2: Sport braucht ein Ziel: Warum nicht einen Fun-Triathlon?

Woche 3: All in One: Schwimmen ist ein Ganzkörpertraining für Muskeln und Ausdauer

Woche 4: Zeitsparend trainieren am Rad

Woche 5: Training statt Diät

Woche 6: Richtig essen

Woche 7: Richtiges Training

Woche 8: Mit Krafttraining den Körper dezent formen

Woche 9: Nie mehr aus der Puste

Woche 10: Trendsportcheck

Umdenken ist erwünscht!

Frauen (und mehr Männer als man glauben möchte) machen ihre Fitness am Resultat fest, das ihnen ihre Badezimmerwaage zeigt. Am Gewicht. Fragen Sie sich stattdessen folgendes: Wie schnell komme ich außer Atem? Habe ich seit Monaten andauernde Verspannungen? Wie gut schlafe ich? Wie fest sitzen meine Hosen?


Wie kommen Sie zu einem positiven Resultat?
Die Antwort ist einfach: Sport. Problematisch dabei ist, dass Sport oft mit Kasteiung und Leiden gleichgesetzt wird. Entweder sind Erfahrungen aus dem Sportunterricht dafür verantwortlich oder komplett falsche Maßstäbe, die man aus dem Berufsleben auf unsere Freizeit reflektieren lässt. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft und befinden uns allzu schnell in einem Tunnel, der uns diktiert, dass wir auch beim Sport unsere Leistung bringen müssen, ob es nun die Kolleginnen auf der Laufrunde sind, vor denen man sich nicht die Blöße geben möchte. Mehr hilft mehr. No pain, no gain und andere semiintellektuelle Phrasen aus mittelmäßigen Motivationsseminaren – wir kennen sie alle, wir haben sie alle mal gehört. Vergessen Sie diese. Gehen Sie lieber so vor:


Fragen Sie sich, welche Bewegung Ihnen als Kind Spaß gemacht hat!

Vielleicht hatten Sie ja mehr Spaß in der Gruppe oder mit einem Ballsport. Sind Sie eher die Einzelgängerin. Dann kann Joggen für Sie das richtige sein. Wenn Sie das noch nie gemacht haben, ist Walking oder Radfahren mit hoher Wahrscheinlichkeit besser für Sie. Oder etwa Schwimmen oder Wandern.


Egal, wofür Sie sich entscheiden. Das wichtigste ist: Nehmen Sie sich jeglichen Druck. Sie machen das nur für sich und nicht um ein Quartalsziel zu erreichen. Ziele sind natürlich ok. Aber, weil es Ihre Freizeit ist, ist nichts in Stein gemeißelt.


Legen Sie in den ersten Wochen Ihren Fokus auf sanftes bis moderates Ausdauertraining. Grob gesprochen ist das der Bereich, bis zu dem Reden noch Lust bereitet und NICHT, bis zu dem Reden noch möglich ist. Viele können bei voller Belastung in Wortfetzen und hechelnd reden mit dem Resultat, dass sie vielleicht andere nerven und einfach nicht locker unterwegs sind.


Einer der wichtigsten Punkte. Sport fördert Ihr Wohlbefinden. Dies ist wissenschaftlich belegt. Die gesamte Hormonproduktion und Regulation wird durch moderates Training positiv beeinflusst. Sie entwickeln praktisch automatisch wieder ein Hunger- und Sättigungsgefühl, ein Bewusstsein, welches Essen Ihnen gut tut und welches weniger, anstatt sich von Ihrem Umfeld und neuesten Diättrends verwirren zu lassen.

Richtig essen

Ein paar Grundsätze sollten Sie beim Essen aber beachten, weil es eben nicht ganz „wurscht“ ist.

  1. 1) Achten Sie auf die Qualität Ihrer Speisen. Tiefkühlkost ist keine Nahrung. Fast Food auch nicht. Hin und wieder sind sie aber in Ordnung und dann ist es voll ok, wenn Sie es genießen.
  1. 2) Achten Sie auf Vielseitigkeit. Gemüse, Obst, Getreide, Milchprodukte, Fisch, Fleisch – alles sollte enthalten sein.
  1. 3) Finger weg von Lightprodukten! Das fehlende Fett wir fast immer durch Zucker oder andere Geschmacksträger kompensiert. Wenn schon, denn schon, aber dann bei vollem Genuss!
  1. 4) Nach Beachtung der ersten drei Grundsätze: Essen Sie, was Sie wollen und nicht was sie glauben, dass Sie essen sollten. Sie holen sich, was Ihnen fehlt automatisch zurück, essen es und – richtig – nehmen zu.


Wann sind Diäten angebracht ?

Diäten sind durchaus angebracht, wenn Sie eine Grunderkrankung haben, deren Heilung durch eine Diät verbessert werden kann. Im Hochleistungssport, um die letzten Kilos runterzubekommen. Allerdings hat Hochleistungssport nichts mit Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensfreude im klassischen Sinn zu tun.


In dem Sinne. Trainieren Sie brav und Mahlzeit!

Christophe Sauseng


Der Experte

Christophe Sauseng, 32, Trainer, betreibt seit 1998 Triathlon, gibt als Trainer seine Erfahrung gern weiter.

Kontakt: www.fitnessgoesoffice.com

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