Abgemagerter Eisbär schockiert das Internet

Das Foto einer deutschen Naturfotografin geht derzeit um die Welt. Ein Bild, symptomatisch für das fortschreitende Eisbär-Sterben, das durch den Klimawandel verursacht wurde und nun seine dramatischen Folgen offenbart:

Anlässlich der UN-Klimakonferenz startet die WIENERIN-Online die "Green Week": Eine Woche lang berichten wir über verschiedene Themen rund um Nachhaltigkeit, Umweltschutz und den Klimawandel.
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Nicht nur unsere Städte werden aufgrund des Klimawandels von dem steigenden Meeresspiegel betroffen sein. Denn der hohe Meeresspiegel wird vor allem auf die schmelzenden Eiszonen in polaren Gebieten zurückzuführen sein.
Für viele, der dort lebenden Tier- und Pflanzenwelt ein Todesstoß.

Denn Forscher sagen bereits seit Jahren eine starke Eisschmelze in polaren Gebieten voraus, welche auch einen gravierenden Effekt auf die dort lebende Tierpopulation haben wird.

Schicksale, die in weiter Ferne oder überhaupt erst in Zukunft passieren, treffen sehr oft auf weniger Verständnis und Empathie, als Probleme, die uns Menschen direkt betreffen.

Das Foto der deutschen Fotografin Kerstin Langenberger ist daher umso erschreckender. Denn es hält einen Zustand vor Augen, den viele bereits seit mehreren Jahren befürchteten, aber oft zu verdrängen versuchten.


Fast nur Weibchen betroffen

Wie Langenberger auf Facebook schreibt, stammt das Foto von der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen. Sie als Naturfotografin, beobachtet seit Jahren immer mehr erschreckend dünne Eisbären. Fast alle davon sind weiblich und bis auf die Knochen abgemagert.
Während die männlichen Bären das ganze Jahr lang auf dem stabilen Packeis jagen, ziehen sich die Weibchen auf das Festland zurück, um ihre Nachkommen zu gebären. Der Weg zurück auf das sichere Eis wird allerdings von Jahr zu Jahr länger und Nahrung zu Land ist rar.

Die Fotografin betont: "Ja ich habe Bären in guter Verfassung gesehen - aber ich sah auch tote oder verhungernde Tiere".

Hi everyone! What a crazy time the last week has been. I never ever expected an image of mine to cause such a stir and...

Posted by Kerstin Langenberger Photography on Sunday, September 20, 2015


Traurige Rekorde

Die fortlaufende Eisschmelze kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Besonders in der polaren Zone ist der Klimawandel bereits jetzt eindeutig sichtbar. Das bestätigte auch ein Bericht der NASA, der im Februar diesen Jahres veröffentlicht wurde. Laut dieser Untersuchung würde sich das Eis des Arktischen Ozeans auf dem niedrigsten Stand, der bisher gemessenen wurde, befinden.

Laut dem "WWF" könnte in den kommenden 50 Jahren eine Dezimierung der Population um zwei Drittel eintreten - derzeit gebe es noch etwa 20.000 bis 25.000 Tiere.
Seitens der norwegischen Regierung sei, zu Langenbergers Überraschung, allerdings keine Veränderung in der Population festgestellt worden, schreibt sie auf ihrer Facebook-Seite.

For tourists and wildlife photographers, the main reason to come to Svalbard is to see polar bears. And yes, usually we...

Posted by Kerstin Langenberger Photography on Thursday, August 20, 2015

Die Fotografin appeliert daher an das Netz: "Es ist unsere Entscheidung etwas dagegen zu tun. Also machen wir etwas gegen die größte Bedrohung unserer Zeit. Den Bären am Bild werden wir wahrscheinlich nicht mehr retten können. Aber, wenn wir handeln, können wir zumindest einen Schritt in die richtige Richtung machen."

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