Ab zum Kinderarzt

Schnupfen, Fieber, Ausschlag - wann heißt es ab zum Arzt und wann dürfen Eltern noch abwarten? Der Guide für den richtigen Umgang mit Kinderkrankheiten.

Vor allem beim ersten Kind gehen Eltern lieber einmal (oder ein paar Mal) zu viel zum Arzt als zu wenig. Keine Sorge, dieser kennt das schon und wird Sie auch freundlich empfangen, wenn Sie Ihr Kind nur mit Schnupfen vorbei bringen. Mit der Zeit werden Eltern viel gelassener und lernen besser einzuschätzen, wie dramatisch eine Situation wirklich ist.

Wie viel ein Kind aushält ist ohnehin sehr unterschiedlich und hängt sowohl vom Alter als auch von der körperlichen Verfassung ab. Wenn Eltern ein schlechtes Bauchgefühl haben, dann dürfen Sie darauf vertrauen. Niemand kennt Ihr Kind so gut, wie Sie selbst!

Die wichtigsten Tipps, wann Sie mit Ihren Kleinen unbedingt beim Kinderarzt vorbei schauen sollten.

Neugeborene

Im Allgemeinen sind Neugeborene sehr gut gegen Krankheiten gewappnet. Vor der Geburt haben sie über die Nabelschnur Immunstoffe von der Mutter bekommen. Wer stillt, versorgt sein Kleines auch weiterhin damit. Deswegen ist es eher ungewöhnlich, wenn kleine Kinder bereits in den ersten Monaten schwer erkranken.

Allerdings kann für Säuglinge schon ein Schnupfen sehr anstrengend werden, weil sie dann Schwierigkeiten beim Trinken bekommen. Lässt sich dieser mit Babysalzwasserlösungen aus der Apotheke nicht beseitigen, heißt es lieber einmal zu oft als zu selten zum Arzt zu gehen.

Auch beim ersten Fieber darf man dem Arzt ruhig einen Besuch abstatten. Dieser verschreibt dann je nach Beschwerden die passenden Fieberzäpfchen oder einen Fiebersaft, die man geben kann, wenn das Fieber zu hoch steigt oder das Kind leidet. Jedoch sollte nicht jeder Temperaturschub von Anfang an unterdrückt werden, da Fieber nur eine Abwehrreaktion des Körpers auf eine Krankheit ist und diese sozusagen „hinausfiebert".

Babys

Nach einigen Monaten, sobald die Kids in Kursen in Kontakt mit Gleichaltrigen kommen, tauchen meist die ersten Krankheiten auf. Husten, Schnupfen, leichtes Fieber oder etwa Durchfall und Erbrechen.

Grundsätzlich gilt: Bei Fieber kann man erst einmal beobachten, wie sich dieses entwickelt. Steigt es zu hoch (über 39 Grad) und lässt es sich mit Zäpfchen und Fiebersäften nicht senken bzw. geht es dem Kind offensichtlich auch schlecht, dann gehen Sie lieber zum Arzt. Eine Urinprobe -Auffangbeutel für die Windel gibt es in der Apotheke - hilft diesem die Ursache zu bestimmen. Vorsicht ist vor allem bei Magen-Darmerkrankungen angesagt. Bei einem normal gesunden Kind sind ein, zwei Tage, in denen es weniger isst, aber trinkt - unbedenklich. Ist der Flüssigkeitsverlust zu groß, dann bitte sofort zum Arzt! Verdächtige Hautausschläge, die sich mit Zinksalben nicht behandeln lassen, gehören ebenfalls kontrolliert.

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Kleinkinder

Kleinkinder dürfen ruhig schon einmal ein, zwei Tage höher hinauffiebern, so lange es ihnen gut geht. Liegen sie aber nur schlaff herum, gehören sie untersucht. Fieberzäpfchen und -säfte zum Senken der Körpertemperatur sollte man nur geben, wenn das Fieber sehr hoch steigt oder über Nacht, damit die Kleinen schlafen können. Bei Magen-Darmerkrankungen ist Schonkost und viel trinken angesagt. Bessern sich die Beschwerden nicht nach zwei Tagen oder verweigert das Kind die Flüssigkeitsaufnahme, ist ein Arztbesuch angesagt.


Bei Ausschlägen in Zusammenhang mit Fieber auf typische Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps und Röteln achten. Die werden in Kindergärten häufig übertragen, da nicht alle Eltern ihre Kinder impfen lassen bzw. auch mit einer Impfung kein 100-prozentiger Schutz gegeben ist. Im Falle einer solchen Krankheit bitte sofort zum Arzt!

Schulkinder

Wenn größere Kinder krank werden, gilt die Obacht ebenfalls dem allgemeinen Gesundheitszustand und der Flüssigkeitsaufnahme. So lange sich diese in Grenzen halten, können Eltern auch einige Tage abwarten. Bleibt der Gesundheitszustand über einen längeren Zustand schlecht, dann lieber sofort zum Arzt! Bzw. auch wenn ein Kind über einen längeren Zeitraum nur niedriges Fieber hat, ist eine Kontrolle notwendig. Ist das Immunsystem länger geschwächt, kommen manchmal bakterielle Entzündungen hinzu. Dann müssen Antibiotika verschrieben werden.


Bei Nachfragen verweisen Kinder oft auf Bauchweh, weil sie Schmerzen noch nicht genau lokalisieren können. Beobachten Sie solche Angaben und teilen Sie diese Ihrem Kinderarzt mit.


Von Fieber begleitete Ausschläge gehören kontrolliert, da bei Kinderkrankheiten die Einnahme spezieller Medikamente wie Antibiotika notwendig sein kann.

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