Ab wann sind Kopfschmerzen chronisch?

Obwohl ein großer Teil der Bevölkerung regelmäßig unter massiven Kopfschmerzen leidet, wird das Problem in Österreich unterschätzt.

Obwohl ein großer Teil der Bevölkerung regelmäßig unter massiven Kopfschmerzen leidet, würde das Problem in Österreich unterschätzt. "Die Versorgung bleibt oft hinter den Möglichkeiten der Medizin zurück", kritisierte am Mittwoch Christian Lampl, Leiter des Kopfschmerzzentrums am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz.

Das Vorstandsmitglied der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG) war an einer kürzlich publizierten Studie beteiligt. Demzufolge haben mehr als 56 Prozent der in den Kopfschmerzzentren Befragten episodische Kopfschmerzen (weniger als 15 Kopfschmerz-Tage pro Monat), bei rund 38 Prozent gelten die Beschwerden als chronisch (15 und mehr Kopfschmerz-Tage pro Monat). Fast die Hälfte litt an Migräne, rund 16 Prozent an medikamenteninduzierten Kopfschmerzen und sechs Prozent an Spannungstyp-Kopfschmerzen.

Dramatische Konsequenzen


Die Konsequenzen seien oft dramatisch: "Mit den Schmerzen büßen die Menschen nicht nur an Lebensqualität ein, sie verlieren vielfach auch ihre Leistungsfähigkeit und ihren Arbeitsplatz", so Lampl in einer Aussendung anlässlich der 15. Österreichischen Schmerzwochen. Nur die Hälfte der Patienten gab an, bei Arbeitskollegen auf Verständnis für ihre gesundheitlichen Probleme zu stoßen.

Obwohl die Betroffenen von den behandelnden Neurologinnen und Neurologen in eines der acht österreichischen Kopfschmerzzentren zugewiesen werden sollten, gebe es eine beträchtliche Zahl an Patienten, die sich eigenständig an diese Einrichtungen wenden oder von ihrem Hausarzt überwiesen werden. "Hier herrscht noch Aufklärungsbedarf", betonte Lampl.

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