Ab ins Frühjahr

Was Mutter Natur kann, können wir schon lange: aufblühen nach dem Winterschlaf. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um gesünder zu essen, Körper und Geist zu stärken und uns neu zu erfinden.

Während der Winterzeit finden wir es ja ganz okay, uns unter der Decke zu verkriechen und Lebkuchenherzen zu futtern. Aber kaum locken die ersten Frühjahrsboten ins Freie, erwacht die Lust auf ein neues Ich. In nahezu allen Kulturkreisen hat der Frühling die Bedeutung eines Wake-up-Calls, der stets auch mit Verzicht, Entschlackung und Entgiftung einhergeht. Denn um neuen Schwung ins Leben zu bringen, muss man alten Ballast abwerfen. Sinn der traditionellen Fastenzeit vor Ostern ist es etwa, 40 Tage lang freiwillig den lieb gewonnenen Alltagssünden in sämtlichen Lebensbereichen Lebewohl zu sagen und so den Willen zur Rundumerneuerung zu demonstrieren. Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) spielt diese Phase eine wichtige Rolle. „Gemäß dieser Gesundheitslehre ist der Frühling innerhalb der 5 Elemente die Zeit des Holzes und damit den Organkreisen Leber und Gallenblase zugeordnet. Organe, die ebenso in der westlichen Medizin für Stoffwechsel und Entgiftung zuständig sind", erklärt die TCM-Energiearbeiterin und Shiatsu-Praktikerin Silvia Klement.

Gesunde Pflanzerei

Doch Vorsicht, gerät das Holzelement außer Balance, mündet das in Wut- und Zorngefühle. Empfehlenswert ist es darum, Emotionen in geregelte Bahnen zu leiten, z.B. durch Ernährung. Damit alles im grünen Bereich ist, sollten nun grüne Lebensmittel auf den Teller. Wie schön, dass sich diese Energie-Booster jetzt gratis in Wald und Flur pflücken lassen. Klement: „Pflanzen wie Löwenzahn und Bärlauch bringen das Qi in Bewegung, fördern unser Yang und sorgen für pure Power." Des weiteren sind Spinat, Mangold sowie sämtliche Gemüse- und Obstsorten der Geschmackskategorie „sauer" - sie alle gehören zum Holz element -
zu empfehlen.

Nie wieder „Detox"

Die Detox-Devise ist einfach: loslassen von allem, was Körper und Geist belastet. „Zwar ist unser Organismus dank Leber, Nieren, Darm und Lymphsystem von Natur aus gegen Gifte gewappnet", so Detox-Experte Christian Matthai, „doch im Laufe der Zeit sammeln sich viele Schad- und Schlackenstoffe an, etwa durch Zucker, Alkohol, zu viel Fleisch, Bewegungsmangel oder Umweltgifte." Belastet unser Lebensstil den Körper zu stark, „gelingt es ihm nicht mehr, sich aus eigener Kraft zu reinigen", so Matthai. Spürbar ist das, wenn man sich ständig müde, schlapp und unwohl fühlt oder von Verdauungsproblemen geplagt wird.

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Ins reine kommen

Mithilfe ausgewählter Nahrungsmittel werden nach dem Detox-Prinzip Giftstoffe über den Stoffwechsel und die Lymphbahnen abtransportiert und ausgeschieden. Besondere Berücksichtigung finden dabei die beiden „Entgiftungsorgane" Leber und Niere. Eine
ballaststoffreiche Ernährung mit Rohkost fördert außerdem die Entgiftung über den Darm. Daher ist es besonders wichtig, auf einen guten Stoffwechsel zu achten - und damit ist nicht gemeint, die aktuelle Frühjahrsmode zu shoppen. Antioxidantien lautet das Zauberwort bei Detox. Diese Wunderwaffen fürs Immunsystem stecken vor allem in den sekundären Pflanzenstoffen von Obst und Gemüse.

Zwei weitere „To-dos": ausreichend Flüssigkeit (zwei Liter stilles Wasser oder Kräutertee pro Tag) und vier Stunden Sport pro Woche.

Lust statt Laster

Selbst wenn „Smoking" aufgrund der Kampagne gegen das Rauchen bald nur noch als Kleidungsstück für die Ballsaison bekannt sein wird, finden sich meist weitere ungesunde Gelüste im Sündenregister. Nein, wir wollen hier keinesfalls dafür plädieren, von allem die Finger zu lassen, doch dazu anregen, sich für das eine oder andere Laster eine Alternative zu überlegen. Dass das ganz „easy" ist, beweist Ernährungscoach Ursula Vybiral mit ihrem „Easy Eating"-Programm. Zum Beispiel: „Gusto auf Schokolade? Bevor Sie zur
100-Gramm-Schoko-Nuss-Tafel greifen, probieren Sie es stattdessen mit Trockenfrüchten wie Apfelchips, Datteln oder Pflaumen oder auch einem fettarmen Schokopudding", empfiehlt die Expertin. „Das stillt die Lust auf Süßes, erspart aber lästiges Hüftgold."

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