Ab ins Beauty-Business

Den alten Job an den Nagel hängen, ein Kosmetikbusiness gründen und damit nicht nur Kunden, sondern auch die Welt schöner machen - geht das?


LUSH

Beharrlich war die Burgenländerin Cecilia Blochberger (36) schon immer. Als sie in Toronto lebte und ihr das Geld ausging, schrieb sie einen Brief an Frank Stronach, in dem sie ihn um einen Job bat. „Ich konnte meine Miete nicht mehr zahlen.“ Stronach rief sie persönlich zurück und gab ihr eine Stelle in der PR-Abteilung von Magna. Ein tolles Jahr, das abrupt endete, als Blochbergers Visum für Kanada auslief.

(K)eine Seifenblase
Zurück in Österreich war Cecilia Blochberger kreuzunglücklich. Was tun? Bei Reisen nach London und Reykjavík waren der Veganerin die poppigen Beautyshops von Lush aufgefallen, die Seifen in Form von Käselaiben oder etwa handgerührte Masken in Aufstrichdöschen anbieten. Die Firmenphilosophie sagte Cecilia Blochberger sofort zu: Seifen und Badekugeln werden manuell gegossen. Flüssige Produkte und Cremen werden von Hand abgefüllt sowie mit einem Etikett desjenigen versehen, der die Arbeit geleistet hat. „Was mir als Veganerin besonders wichtig war: Alle 300 Lush-Produkte sind auf rein pflanzlicher Basis und tierversuchsfrei.“

Blochberger wollte das Konzept nach Österreich bringen. Doch das britische Unternehmen zeigte nicht das geringste Interesse an einer Franchise-Zusammenarbeit. Acht Monate lang bombardierte Cecilia das Headquarter mit E-Mails und überzeugte schließlich. Ihren Job beim ORF hängte sie an den Nagel und eröffnete im November 2005 den ersten Lush-Shop www.lush.at . „Ich habe mich ohne einen blassen Schimmer von Businessplänen in die Selbstständigkeit gestürzt.“

Heute hat Blochberger fünf Geschäfte in Österreich, zwei Onlineshops (einen für Österreich sowie einen für die Slowakei), 80 Mitarbeiter und einen Umsatz von 3,2 Millionen Euro. Ihr Wunsch für 2010: ein Shop in der Salzburger Getreidegasse.




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