Ab ins Beauty-Business

Den alten Job an den Nagel hängen, ein Kosmetikbusiness gründen und damit nicht nur Kunden, sondern auch die Welt schöner machen - geht das?

Wir zeigen drei Frauen und einen Mann, die auf Cremetiegel & Co setzen und mit grünem Gewissen Riesenerfolge feiern.

TEXT: Martina Parker

RINGANA

Eine Zahnpasta, die sein Sohn aus der Schule mitbrachte, ist schuld. Wegen ihr startete der Steirer Andreas Wilfinger eine Karriere als Kosmetikmacher. Denn das Produkt, das sein Sohn ihm zeigte, enthielt Triclosan – einen Stoff, der gern als Desinfektionsmittel und Konservierungsstoff eingesetzt wird und den Kritiker für gefährliche Bakterienresistenzen verantwortlich machen. Alarmiert nahm der Hartberger nun alle Kosmetika genauer unter die Lupe – und war entsetzt darüber, wie viele umstrittene Wirkstoffe im Umlauf sind.

Asiatisch inspiriert
Wilfinger, der damals noch BWL studierte, fasste schnell den Plan, „gute“ Kosmetika zu produzieren. Mit einem Team aus Ganzheitsmedizinern und Biochemikern entwickelte er 1996 Ringana Frischekosmetik www.ringana.com eine Pflegeserie, die frei von Konservierungs- und Lösungsmitteln ist und vollständig auf Stabilisatoren, Mineralöle, Formal dehydabspalter, Duft- und Farbstoffe sowie genmanipulierte Grundprodukte verzichtet.

Wilfinger und sein Entwickler team ließen sich zudem von der Lehre der Ayurveda und der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) inspirieren: Die rein pflanzliche Pflege schont die natürliche Bakterienflora der Haut.

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Einziger Nachteil: Durch das Fehlen von Konservierungsstoffen haben die Produkte nur eine sehr geringe Haltbarkeit. Der Verkauf über Parfümerien und Drogeriemärkte ist somit unmöglich. Die einzige Möglichkeit schien Wilfinger der Direktversand.

Bloß: Wie kann man eine österreichische Kosmetiklinie unters Volk bringen?

Zunächst wurde Ringana in Kurhäusern (Ring Gesundheitszentren) angeboten. Um den Kundenkreis zu erweitern, gründete Andreas Wilfinger schließlich ein Direktvertriebsnetz, bei dem sogenannte selbstständige Ringana-Partner immer mehr Kunden begeistern sollten.

Heute setzt Andreas Wilfinger sieben Millionen Euro jährlich um. Im Ringana-Sortiment finden sich nun auch natürliche Nahrungsergänzungsmittel. Die Wachstumsrate des Unternehmens, das 30 Mitarbeiter und 2.500 freie Ringana-Vertriebspartner beschäftigt, beträgt 40 Prozent pro Jahr. Wilfingers nächstes Ziel: „Ich würde gern ein gläsernes Labor bauen und dann den europäischen Markt erobern!“

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