Ab in die Wohngemeinschaft: 10 (Über-) Lebenstipps für jede WG

Du ziehst in deine erste WG? Dann machen dir folgende Tipps das Leben leichter – und deinen Mitbewohnern ebenso.

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Für viele junge Leute von heute klingt sie nach dem wahrgewordenen Traum: eine Wohngemeinschaft mit coolen Gleichaltrigen, vielleicht sogar mit den besten Freunden. Endlich keine neugierigen Fragen mehr, wohin du gehst, oder elterliche Regeln, wann du wieder zuhause sein musst. Doch die neugewonnene Freiheit bringt auch Nachteile mit sich, die du kennen solltest. Dadurch bewahrst du dich vor so mancher Enttäuschung aufgrund von unrealistischen Erwartungen. Vor allem aber kannst du dich dann besser auf den neuen Lebensabschnitt vorbereiten, denn wenn du folgende Tipps berücksichtigst, kannst du viele Konflikte, Probleme & Co präventiv verhindern…und dadurch die Vorteile des WG-Lebens umso besser auskosten.

  1. Die richtigen Mitbewohner auswählen.

Mit einer Person zusammenzuleben, ist noch einmal etwas ganz anderes, als nur befreundet zu sein. Das wirst du schnell merken, wenn du mit Freunden in eine Wohngemeinschaft ziehst. Tatsächlich kann es daher einfacher sein, mit fremden Personen zusammenzuziehen, was aber auch keine Garantie für ein harmonisches Miteinander ist. Egal, ob es sich um fremde Personen handelt oder um deine besten Kindheitsfreunde, ist es deshalb wichtig, deine zukünftigen Mitbewohner bewusst auszuwählen. Wie sehen die Interessen aus? Passt der Lebensrhythmus zusammen? Welche Grundregeln sind jedem wichtig? Welche Strategien helfen bei der Konfliktlösung? Solche Fragen stehen plötzlich im Vordergrund und somit kann es durchaus passieren, dass du deine beste Freundin zwar nicht mehr missen möchtest, aber eben auch nicht mit ihr zusammenwohnen kannst oder willst. Nimm daher eine objektive Perspektive ein, um deine Mitbewohner auszuwählen – dann kannst du so manchen Streit vermeiden, der dich vielleicht sogar eine Freundschaft kosten würde.

  1. Organisatorisches klären.

Bevor der spaßige Teil vom Einrichten bis zur Einweihungsparty beginnen kann, müssen erst einmal allerhand organisatorische Fragen geklärt werden. Wer wird Hauptmieter sein? Wie werden die Kosten geteilt? Was passiert, wenn ein Mitbewohner ausziehen möchte? Wer stellt die Kaution? Sobald also die zukünftigen Mitbewohner feststehen, ist es wichtig, dich mit ihnen zusammenzusetzen und all diese Fragen zu beantworten. Sollte es in dieser Phase bereits zu Streitigkeiten kommen, kann es sinnvoll sein, die Wahl deiner Mitbewohner noch einmal zu überdenken. Organisatorisches zu klären, kann und sollte daher auch eine Art von Test darstellen.

  1. Ein Budget setzen – und einhalten.

Hat bis hierhin alles gut geklappt, stehen im nächsten Schritt die finanziellen Fragen im Raum. Diese gilt es sowohl gemeinsam als auch alleine zu klären. Erst einmal muss also ein Budget festgelegt werden, wenn es um die geteilten Kosten geht. Wie teuer dürfen Miete, Nebenkosten & Co sein, damit sich diese jeder Mitbewohner zuverlässig leisten kann? Gleichzeitig musst du prüfen, wie dein individuelles Budget für Lebensmittel, Transport, Einrichtung oder weitere Ausgaben aussieht. Frag dich also, ob du das Leben in der Wohngemeinschaft finanzieren kannst und unter welchen Voraussetzungen. Daraufhin können die zukünftigen Mitbewohner gezielt nach einer Bude suchen, die diese Voraussetzungen erfüllt.

  1. Ausreichend Privatsphäre sicherstellen.

Ein häufiger Streitpunkt in WGs ist die fehlende Privatsphäre. Wer durch den Lärm der Mitbewohner nachts nicht schlafen kann oder in einem „Schäferstündchen“ gestört wird, weil nicht angeklopft wurde, reagiert früher oder später genervt. Es ist deshalb wichtig, die Räumlichkeiten klar aufzuteilen, sodass jeder weiß, welche Bereiche geteilt werden und welche privat sind. Ebenso kannst du durch die richtige Einrichtung maximale Privatsphäre kreieren, trotz geteilter Wohnung.

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Anstelle von Rollos für eine reine Verdunkelung kannst du auf Plissees setzen, um auch tagsüber neugierige Blicke fernzuhalten, beispielsweise durch Nachbarn in der Großstadt. Für mehr Privatsphäre gegenüber deinen Mitbewohnern lohnen sich zudem feste Regeln wie anzuklopfen, bevor die Räume der anderen betreten werden, und diese als Tabuzone zu betrachten, wenn der jeweilige Bewohner nicht da ist. Auch die Auswahl einer geeigneten Wohnung ist essentiell, beispielsweise mit verschließbaren sowie undurchsichtigen Türen zu den jeweiligen Räumen. Hierbei solltest du keine Kompromisse eingehen, um den Hausfrieden langfristig zu wahren.

  1. Klare Regeln festlegen sowie kommunizieren.

Mit den Regeln ist ein wichtiges Stichwort gefallen, denn sie sind in jeder Wohngemeinschaft unverzichtbar. Wenn du davon ausgehst, dass jeder automatisch dieselben Verhaltensregeln einhält wie du, handelt es sich um einen Trugschluss. Alle haben schließlich andere Gewohnheiten und eine unterschiedliche Erziehung. Nicht nur, wenn es um Privatsphäre geht, sondern auch beim Putzen, Mitbringen von Gästen, Lärm und bei vielen weiteren Themen ist es wichtig, diese zu besprechen und gemeinsame Regeln festzulegen, an die sich jeder halten muss. Es lohnt sich daraufhin, diese zu notieren und in einem Gemeinschaftsraum als „Reminder“ aufzuhängen.

  1. Rücksicht nehmen.

Einige Dinge sollten trotzdem für jeden selbstverständlich sein. Gegenseitige Rücksichtnahme gehört hinzu. Wenn das für dich eine Last bedeutet, ist eine Wohngemeinschaft vielleicht ungeeignet. Denn wer zusammenlebt, muss auch den Tagesablauf und die Grenzen der anderen berücksichtigen. Ja, das bedeutet gewisse Einschränkungen – aber dafür eben auch alle Vorteile einer WG. Überlege daher, ob du zur Rücksichtnahme bereit bist und inwiefern du diese von den anderen erwartest. Dann sprich offen darüber!

  1. Konflikte lösen, bevor sie eskalieren.

Früher oder später wird er dennoch passieren: ein Streit in der WG. Das ist noch kein Grund, um deine Sachen zu packen und auszuziehen. Stattdessen kann jeder Konflikt gelöst werden und das ist umso einfacher, je früher du ihn ansprichst. Anstatt dich also monatelang von einer Verhaltensweise nerven zu lassen und eines Tages auszurasten, sprich frühzeitig an, was dich stört. Dafür ist es wichtig, eine passende Gelegenheit abzuwarten, wenn alle Beteiligten dafür die Zeit sowie Nerven haben. Dann gilt es, die eigene Sicht zu schildern, die anderen ihre Meinung erklären zu lassen und anschließend eine einvernehmliche Lösung zu finden. Eine WG ist also auch eine wichtige Schule für dein weiteres Leben, denn Konflikte wirst du noch häufiger erleben – mit Freunden, im Job, in einer Beziehung. Du kannst somit eine wertvolle Kompetenz für deine Zukunft erwerben, ebenso wie Kritikfähigkeit, wenn du selbst einen Fehler gemacht hast.

  1. Aufgaben fair verteilen; und gewissenhaft erledigen.

Aus „Hotel Mama“ auszuziehen, bedeutet auch, spätestens jetzt auf eigenen Beinen zu stehen. Damit gehen neue Aufgaben einher vom Wohnungsputz bis hin zum Vertragsabschluss für das Internet. Eine Wohngemeinschaft bringt dabei den Komfort mit sich, dass diese „To-Dos“ aufgeteilt werden können. Auch diesbezüglich sollten sich die Mitbewohner zu Beginn ihrer WG-Zeit also zusammensetzen und einen Plan schreiben, wer was wann erledigt. Indem du dich an diesen Plan hältst und deine Aufgaben gewissenhaft übernimmst, gibt es keinen Grund für Streitigkeiten – und unterm Strich hat doch jeder weniger zu tun als in einer eigenen Wohnung.

  1. Den Spaß an und in der WG pflegen.

Ja, mit einer WG gehen auch allerhand nervige Themen und potenzielle Konflikte einher, wie an dieser Stelle bereits deutlich geworden ist. Trotzdem darfst du den Blick für das Schöne an dieser Wohnform nicht verlieren. Du kannst schließlich mit deinen neuen oder alten Freunden unter einem Dach wohnen und Einsamkeit hat dadurch keine Chance.

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Es ist deshalb wichtig, auch gemeinsame WG-Tage oder -Abende einzuplanen, um einfach Spaß zu haben und lustige Erinnerungen kreieren. Sei es der wöchentliche Filmabend, der Ausflug in einen Freizeitpark oder die durchfeierte Nacht im Club: Mit solchen Aktivitäten stärkt die WG ihr „Wir-Gefühl“ und Konflikte oder schlechte Laune haben keine Chance mehr.

  1. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.

Kein Muss, aber eine nette Geste ist es zudem, deinen Mitbewohnern immer wieder zu zeigen, dass du sie wertschätzt. Kleine Geschenke erhalten schließlich die Freundschaft, sagt man so schön. Dabei muss es sich aber nicht um Materielles handeln. Stattdessen werden sie sich gewiss freuen, wenn du an einem Abend für sie kochst oder für jemanden eine Aufgabe übernimmst, wenn er oder sie sich gerade in einer stressigen Prüfungsphase befindet. Eine harmonische WG heißt also nicht, alles gegeneinander abzuwiegen, sondern sich zu unterstützen und gerne auch mal füreinander einzustehen. Dann wird das Leben als Wohngemeinschaft leichter und schlichtweg schöner, anstatt unnötig konfliktträchtig oder schwer. Viel Spaß!

 

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