Ab aufs Titelblatt!

Zwölf Stunden nach ihrem Sieg beim WIENERIN-Covermodel-Contest stand Martina Freismuth in Pose fürs Titelblatt. Was ihr das bedeutet, verriet die 27-jährige Burgenländerin im Interview.

Das Licht der Morgensonne flutet durchs Fotostudio. Aus der Küche tönt das Zischen der Espressomaschine. Jury-Mitglied und Topfotografin Andrea Diglas hat eigens ihren Wien-Aufenthalt verlängert, um die Siegerin in Szene zu setzen. „Es wird ein spannendes Shooting", sagt sie. „Ich möchte aus ihr kein Model machen, sondern ihre Natürlichkeit aufs Bild bannen."


WIENERIN-Fashion-Director Margit Kratky probiert inzwischen mit Martina die Outfits von s. Oliver an, dann werden ein paar Probeaufnahmen gemacht. „Sie ist sehr authentisch", lobt Creative Director Anaïs Horn. Auch im Gespräch zeigt sich unser Covermodel, im bürgerlichen Leben Angestellte in einer Spedition, zwar immer noch überrascht, aber sehr bodenständig und vor allem blendender Laune an ihrem großen Tag.

Ganz ehrlich: Warum haben Sie beim WIENERIN-Covermodel-Contest mitgemacht?
Ich wollte gern einmal bei so einer Sache dabei sein. Es ist schön , sich professionell stylen zu lassen, vor der Kamera zu stehen und schöne Fotos mit nach Hause nehmen zu können. Dass ich gewinnen würde, habe ich - ehrlich - keine Sekunde lang gedacht. Ich hab auch kaum von meiner Teilnahme erzählt, nur meinen besten Freundinnen. Mir hätte der Final-Einzug schon als Eindruck fürs Leben gereicht! (Lacht.)

Heute, am Tag nach Ihrer Wahl, stehen Sie schon in der Zeitung, morgen folgen mehr Berichte ...
... und ORF Burgenland hat auch schon angerufen! Es ist irgendwie verrückt. Ich kann mir auch vorstellen, dass in meinem Heimatort St. Margarethen schon einige Bescheid wissen, obwohl ich nichts erzählt hab. Aber da verlass ich mich auf die Mundpropaganda. Das ist ja ein Sieg für den ganzen Ort!

Wäre Modeln etwas für Sie?
Hauptberuflich auf keinen Fall. Das ist schon recht anstrengend, auch gestern, als mir plötzlich lauter Mikrofone unters Kinn gehalten wurden, konnte ich nach einer Weile kaum noch lächeln. Aber es war eine super Erfahrung. Eigentlich von Anfang an - damals bei Marionnaud, als ich mich schminken, casten und fotografieren ließ für die Teilnahme am Wettbewerb.

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Hatten Sie eine Favoritin, von der Sie den Sieg erwartet hätten?
Eigentlich nicht. Es war auch schwierig. Wir waren alle zehn auf unsere Art sehr speziell. Jede hätte verdient zu gewinnen, und das haben wir einander auch versichert. Wir haben deshalb beschlossen, es nicht so ernst zu nehmen und jeder den Sieg zu gönnen. Und alle waren auch sehr lieb und haben sich ehrlich mit mir gefreut. Offenbar habe ich eine Wirkung auf Menschen, und das freut mich natürlich. Ich habe das schon ein paar Mal gemerkt. Ich gehe offen auf Menschen zu, ich glaube, das ist Teil dieser Wirkung.

Kann man Ausstrahlung lernen?
Bis zu einem gewissen Grad muss man „es" von Haus aus haben. Aber wenn man sich mit sich selbst beschäftigt und mit sich selbst zufrieden und irgendwann auch im Reinen ist, dann strahlt man das auch nach außen aus. Klar, in der Pubertät zweifelt man an sich selbst, aber das gehört zum Reifeprozess dazu. Aber ich bin immer zu mir gestanden, und ich glaube, das sieht man auch.

Was wünschen Sie sich von der Mode- und Werbewelt?
Die Werbung muss noch lernen, uns nicht mehr so viel vorzumachen. Mehr Realismus, das kommt auch bei der Kundin gut an. Ich glaube, die Wahrheit ist uns Frauen zuzumuten.

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