Ab 2020 wird Werbung geschalten: Das sind die besten Whatsapp-Alternativen

Der Nachrichtendienst macht mit seiner Drohung ernst und wird schon in wenigen Monaten Werbung in der App schalten. Wer umsteigen will, hat es einfach - die Konkurrenz bietet mittlerweile Produkte an, die in Sachen Datenschutz und technischem Können Whatsapp längst den Rang abgelaufen haben. Wir haben uns einen Überblick verschafft.

Facebook hat mit seinem Algorythmus zuerst sich selbst zerstört und wenig später auch Instagram. Nun dürfte auchWhatsAppbald dran glauben müssen. Denn auch hier will der Mutterkonzern Facebook ab nächstem Jahr auf Werbemaßnahmen setzen. Und das kann für NutzerInnen eigentlich nur Schlechtes bedeuten.

Schon bisher stand WhatsApp immer wieder in der Kritik. Spätestens seit Facebook den Nachrichtendienst gekauft hat, machen sich viele Sorgen um ihre Daten und die werbefreie Nutzung der Nachrichtensoftware. Dass das Unternehmen in den USA sitzt und somit weniger strengen Datenschutzrichtlinien unterliegt, ist dem Sicherheitsgefühl ebenfalls nicht weiter zuträglich. Mit den neuesten Entwicklungen dürfte Facebook also nicht unbedingt in das Vertrauen der WhatsApp-NutzerInnen investieren. Dem Unternehmen scheint letztlich aber sowieso egal zu sein, was seine User wollen - solange man Geld dabei machen kann. Die Entwicklung hin zu mehr Werbung geht jedenfalls an dem Versprechen der WhatsApp-Gründer, Jan Koum und Brian Acton, komplett vorbei. Diese hatten anfangs noch angekündigt jedenfalls "werbefrei" bleiben zu wollen - beide sind mitterweile aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Wie wird die Whatsapp-Werbung aussehen?

Die neuen Pläne für Whatsapp wurden diese Woche beim "Facebook Marketing Summit" in Rotterdam vorgestellt. Vorerst wird die Werbung auf den Status-Bereich beschränkt sein und die persönlichen Chats (noch) nicht betreffen. Die Statusfunktion ist eine Kopie von Snapchat, die später bei Instagram als "Stories" populär wurde. Hier kann man Videos und Fotos hochladen, die 24 Stunden lang online sind. Zwischen den hochgeladenen Fotos und Videos soll in Zukunft die Werbung ausgespielt werden - und zwar bildfüllend (siehe Tweet).

5 sichere Alternativen zu Whatsapp

Wem seine Daten heilig sind und wer keine Lust auf Werbebanner in seiner App hat, muss sich also nach neuen Anbietern umsehen. Wir haben uns angesehen, welche für dich in Frage kommen.

1. Telegram

Telegram gilt schon länger als der "heimliche" Konkurrent von WhatsApp. Rein technisch gesehen ist Telegram auch die bessere App. Der Grund, warum immer noch mehr Menschen auf Whatsapp setzen, ist schnell erklärt: die meisten Menschen haben WhatsApp und deswegen ist diese App als Nachrichtendienst auch am bequemsten zu nutzen (man bezeichnet das in der Kommunikationswissenschaft als "Netzwerkeffekt"). Wenn sich nun aber immer mehr Menschen von Whatsapp abwenden, könnte die Stunde von Telegram schlagen. Hier ein paar Gründe, zu Telegram zu wechseln: Die Bedienung ist leichter und geht schneller, Nachrichten können im Nachhinein bearbeitet oder gelöscht werden, die Ladezeit ist besser, die App ist kosten- und werbefrei sowie unabhängig von Großkonzernen und Datensammlern wie Facebook.

2. Signal

Diese App ist so sicher, dass sie sogar von NSA-Whistleblower Edward Snowden und Datenschutzorganisationen wie der Electronic Frontier Foundation (EFF) empfohlen wurde (der Grund: Signal verschlüsselt Nachrichten Ende-zu-Ende, kann also keine Inhalte an Regierungsbehörden weitergeben oder ausspioniert werden). Die Funktion "Domain Fronting" ist außerdem praktisch, wenn du mit NutzerInnen in China, Vietnam oder Saudi-Arabien kommunizieren willst - dadurch können Zensurbehörden umgangen werden.

3. Slack

Im Gegensatz zu den anderen Nachrichtenapps hebt sich Slack allein schon vom Design her ab. Statt neutral-heller Farbwelt setzt man hier auf eher dunkle Töne, violett ist hier der bestimmende Farbton (könnte für Rapid-Fans also schwierig werden!). Aber auch sonst gibt es einige Features, die andere Softwares nicht anbieten. Nachrichten lassen sich hier "pinnen", zu einzelnen Nachrichten können "Threads", also Subkonversationen, gestartet werden, das hilft den Überblick zu behalten. Neben Gruppenchats können eigene Unterhaltungen zu bestimmten Themen mit unterschiedlichen Mitgliedern gegründet werden. Das eignet sich nicht nur für Privatchats, sondern vor allem für die Unternehmenskommunikation - deswegen funktioniert das Versenden und Öffnen von Dateien hier auch reibungslos. Slack kann auch ohne Simkarte am Desktop oder als App genutzt werden.

4. Threema

Die App Threema ist ein Bezahlsoftware und unterscheidet sich deswegen grundsätzlich von anderen ähnlichen Diensten. Durch die geringe Einmalzahlung von €3,49 kann Threema Unabhängigkeit und Datensicherheit garantieren. Ein geringer Beitrag, wenn man bedenkt, wie viel Geld Facebook mit dem Verkauf unserer Daten macht. Die App garantiert Anonymität und Privatsphäre beim Texten und Telefonieren. VonStiftung Warentest wurden sie als sicherste App mit dem Prädikat "unkritisch" (im Bezug auf Datenschutz) versehen.

5. Ginlo

Der deutsche Nachrichtendienst ist sicherlich ein Underdog im Vergleich zu den genannten Big Playern. Er wurde von zwei Münchner Unternehmern gegründet und empfiehlt sich durch starken Datenschutz - "made and hosted in Germany". Der Dienst ist außerdem DSGVO-konform und werbefrei. Neben Privatkunden ist die Software vor allem für Unternehmen attraktiv.

Fazit: Geht man nach der Popularität, ist es wohl am wahrscheinlichsten, dass sich Telegram als Alternative zu Whatsapp etablieren wird (derzeit nutzen rund 200 Millionen Menschen Telegram, bei Whatsapp sind es 1,5 Milliarden). Trotz der vielen technischen Vorteile sei auch an dieser Stelle erwähnt: Was Datenschutz betrifft, ist auch Telegram nicht ohne Fehler. Dass die App von zwei russischen Unternehmern gegründet wurde, bereitet manchen kritischen NutzerInnen Kopfschmerzen (der Firmen-Sitz ist aber in Deutschland!). Mehr Informationen zum Datenschutz findest du in der Untersuchung von Stiftung Warentest.

 

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