9 Tipps, die gegen Narzissmus bei Kindern helfen

Narzissmus wird bereits im Kindesalter immer häufiger zum Problem. So kannst du gegensteuern.

Narzissmus ist eine Persönlichkeitsstörung, von der immer mehr Menschen betroffen sind. Auch bei Kindern lassen sich immer früher narzisstische Tendenzen feststellen. Eine Persönlichkeitsentwicklung, der man bereits in der Kindheit etwas entgegensetzen kann.

Was ist Narzissmus?

NarzisstInnen zeigen eine übertriebene Sucht nach Bewunderung, haben Größenfantasien und nutzen andere - ohne Rücksicht auf Konsequenzen - aus. In den letzten Jahren konnten WissenschaftlerInnen eine verstärkte Tendenz zu Narzissmus unter Menschen feststellen (mehr dazu hier). Angetrieben wird diese etwa durch die ständige Selbstdarstellung in den sozialen Medien. Aber auch die gesellschaftliche Akzeptanz von narzisstischen Idealen spielt eine Rolle - wer erfolgreich und leistungsstark ist, gilt in der Gesellschaft als anerkannt - und das spornt NarzisstInnen weiter an.

Umso wichtiger ist es, Kindern schon früh Werte abseits dieser Ideale zu vermitteln. Es muss nicht gleich eine Persönlichkeitsstörung vorliegen, um gegenzulenken. Manchmal sind es nur narzisstische Tendenzen, denen man gerade in der Erziehung sehr gut entgegenwirken kann.

9 Erziehungstricks, die gegen Narzissmus helfen

1. Sage 'Nein'

Auch, wenn Bestätigung für ein Kind wichtig ist, gilt es auch Grenzen zu setzen. Es ist unerlässlich, dass dein Kind versteht, dass es nicht alles haben kann und dass ein 'Nein' auch wirklich 'Nein' bedeutet.

2. Gute Freunde/Freundinnen sind wichtig

Menschen mit narzisstischen Zügen tendieren dazu viele 'Bewunderer' zu haben. Aber jeder braucht auch Menschen in seinem Leben, die einem gegenüber auch Ablehnung und Missfallen ausdrücken. Unterstütze dein Kind also darin echte Freunde zu finden, die in jeder Lebenslage für dein Kind da sind und auch Kontra geben, wenn es notwendig ist.

3. Stelle dein Kind nicht ständig auf's Podest

Dein Kind ist etwas Besonderes und das darfst du ihm/ihr ruhig gerne auf den Weg geben. Wichtig ist, dein Kind nicht über alle anderen zu stellen - nicht nur dein Kind ist außergewöhnlich, sondern andere Menschen ebenfalls. Andernfalls könnte dein Kind den Anspruch erheben, besser zu sein als 'die anderen'.

4. Lobe dein Kind - wenn es etwas geschafft hat

Lob, Bestätigung und Liebe sind in der Erziehung immens wichtig. Achte aber darauf, dass du dein Kind für Taten lobst, wenn es auch tatsächlich etwas gemeistert hat. Wichtig: Verwechsle Lob nicht mit Liebe. Ein einfaches "ich hab dich lieb" ist viel wertvoller als dein Kind ständig auf ein Podest zu stellen.

5. Lerne Nächstenliebe

Dinge zu tun, ohne dafür etwas im Gegenzug zu erwarten - das Konzept der Selbstlosigkeit und Nächstenliebe sollte dein Kind verstehen und selbst lernen. Nächstenliebe kann im Alltag ständig praktiziert werden - je selbstverständlicher sie passiert, desto besser. Den Fokus auf andere statt auf das eigene Selbst zu lenken, ist ein wichtiger Baustein zu einem gesunden Selbstbewusstsein.

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6. Regeln sind Regeln

... und die gelten auch für dein Kind. Narzissten haben oft den Anspruch, Dinge zu tun, die nicht in Ordnung sind. Die Verlockung mag manchmal groß sein, Kinder 'einfach machen zu lassen' - bringe deinem Kind aber bei, dass es in einer Gesellschaft Regeln und Verhaltensweisen gibt, die einzuhalten sind.

7. Lest zusammen Märchen

Die positive Wirkung von Märchen auf Kinder wurde mittlerweile in zahlreichen Studien nachgewiesen. Kinder lernen dadurch nicht nur ihre Fantasie zu entwickeln, sondern auch Empathie, indem sie sich in die fiktionalen Charaktere hineinversetzen. NarzisstInnen fällt es oft schwer die Gefühlslage anderer nachzuvollziehen - Empathie zu lernen, ist daher ein wichtiger Schritt gegen narzisstische Persönlichkeitstendenzen.

8. Bekräftige Gleichberechtigung

Wie bereits oben erwähnt, fühlen sich NarzisstInnen anderen Menschen gegenüber gerne erhaben. Vermittle deinem Kind deswegen schon früh die Vorteile und Bedeutung von Gleichberechtigung. Jeder Mensch verdient es mit Respekt und Würde behandelt zu werden - das sollte deinem Kind bewusst sein.

9. Sei dir anderer Einflüsse bewusst

Natürlich ist Persönlichkeitsentwicklung nicht nur Erziehungssache. Gerade durch Social Media gibt es viele Einflüsse von außen, die Narzissmus begünstigen. Der ständige Fokus auf sich und sein Äußeres, wie es durch Prominente und Werbebilder vorgelebt wird, spielt ebenfalls eine große Rolle.

Umso wichtiger ist es in der Erziehung auf Liebe, Empathie oder Nächstenliebe wert zu legen - dein Kind wird sein ganzes Leben lang davon profitieren.

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